Autor: Pressestelle DGU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 29. Oktober 2019

Cortim Gabe zur PJP-Pneumonieprophylaxe bei Patienten im ersten Jahr nach Transplantion

14.04.2020. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie wurde von Seiten der Deutschen Transplantationsgesellschaft kontaktiert, aufgrund der Tatsache, dass derzeit Lieferengpässe für das Antibiotikum Cotrimoxazol bestehen.

Wie Sie wissen, treten aufgrund der Corona-Virus Pandemie in vielen Bereichen solche Lieferengpässse auf, die auch Medikamente wie Cotrimoxazol derzeit umfassen. Cotrimoxazol wird in der Transplantationsmedizin in vielen Bereichen prophylaktisch eingesetzt u.a. zur Verhinderung einer Pneumocystis carinii Pneumonie. In dieser Indikation gibt es tatsächlich keine guten Alternativen.

Cotrimoxazol ist für uns in der Urologie sicherlich ein wichtiges Antibiotikum, welches bei vielen Entitäten von Harnweginfektionen eingesetzt werden kann. Allerdings können wir hier auch auf Alternativen ausweichen: Für die Therapie der unkomplizierten Zystitis steht alternativ Fosfomycin trometamol, Nitrofurantoin, Nitroxolin, oder Pivmecillinam zur Verfügung. Für die Therapie komplizierter Harnweginfektionen, einschließlich der Pyelonephritis, stehen u.a. Aminoglykoside, Cephalosporine, Fluorchinolone, geschützte Penicilline, oder bei multi-resistenten Erregern, Carbapeneme zur Verfügung.

Wir bitten Sie deswegen, vorübergehend die Gabe von Cotrimoxazol einzuschränken, solange Lieferengpässe dies notwendig machen, um unseren transplantierten Patienten weiterhin Zugang zu einer effektiven Prophylaxe zu ermöglichen.

Prof. Dr. med. Florian Wagenlehner
Univ.-Prof. Dr. med. Maurice-Stephan Michel


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