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Roboterassistierte Harnleiterplastik mit Mund- Schleimhaut bei langsteckiger proximaler Harnleiterstriktur

115214.09.20199 MinutenDeutsch

Abstract

Roboterassistierte Harnleiterplastik mit Mundschleimhaut bei langstreckiger proximaler Harnleiterstriktur

G. Kadner1, I. Giannakis1, G. Schell1, K. Rohrmann1, A. Anastasiadis1, T. Herrmann1
1Urologische Kliniken Thurgau, Frauenfeld, Schweiz

Einleitung: Proximale Harnleiterstrikturen stellen eine chirurgische Herausforderung dar. Scheitern endourologische Massnahmen, steht neben der Exzision mit End-zu-End Anastomose, der Autotransplantation, der Uretero-Ureterostomie und Ileum-Interponat als weitere rekonstruktive Option die Ureterplastik mit Mundschleimhaut zur Verfügung. Vorliegende Daten zeigen gute Langzeitergebnisse auch für die roboterassistierte Technik.
Material und Methoden: Bei einer 59-jährigen Patientin kam es nach laparoskopischer Sigmaresektion zu einer Ureterläsion. Nach dreimonatiger DJ Katheter Harnableitung erfolgte ein frustraner Auslassversuch. Es zeigte sich eine 4 cm lange proximale Ureterstriktur. Eine ureteroskopische Harnleiterbougierung scheiterte, so dass zunächst die DJDauerversorgung beschlossen wurde. Zwei Jahre nach dem Ersteingriff verliefen retrograde als auch antegrade DJ-Katheterwechsel zunehmend frustran. Daraufhin erfolgte die roboterassistierte Harnleiterfreilegung links mit schwieriger Adhäsiolyse. Der narbige Harnleiterbezirk wurde ventral langstreckig inzidiert und mit einem ventralen Mundschleimhautonlay gedeckt. Zusätzlich erfolgte die Deckung der Ureterplastik mit einem Peritonealpatch.
Ergebnisse: Bei intra- und postoperativ komplikationslosem Verlauf wurde die Nephrostomie nach 3 Wochen, der DJKatheter nach 4 Wochen entfernt. Verlaufskontrollen 3 und 6 Monaten postoperativ zeigten sonografisch regelrechte Verhältnisse, in der Nierenfunktionszintigrafie fand sich keine relevante Abflussbehinderung.
Schlussfolgerungen: Die roboterassistierte Harnleiterplastik mit Mundschleimhaut stellt eine minimal-invasive Alternative bei proximaler langstreckiger Harnleiterstriktur dar. Sie kann auch bei endourologischem Therapieversagen zum Einsatz kommen.
 

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