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Simplified Orthotopic MAINZ-Pouch for Bladder Substitution

26801.01.200413 MinutenDeutsch

Abstract

Franzaring L.1, Melchior S.1, Wöhr M.1, Wiesner C.1, Pfitzenmaier J.1, Thüroff J.1

1Klinikum der Johannes-Gutenberg-Univ., Mainz

Ziele: Die orthotope Blasensubstitution mittels eines Ileozökalpouches bietet ein Niederdrucksystem mit Protektion des oberen Harntraktes, guter Kapazität und guten Kontinenzraten. Um den operativen Aufwand zu reduzieren, wird in der modifizierten Technik die Ileozökalklappe als Refluxschutz genutzt und der Pouch mit resorbierbaren Staples gebildet.

Material und Methoden: Zur Bildung des orthotopen Pouches werden etwa 15 cm Zökum und Colon ascendens und 25 cm Ileum verwendet. Die oralen 15 cm Ileum werden etwa 10 cm oberhalb der Ileozökalklappe vom prävalvulären Ileum abgetrennt. Colon und Ileum werden mit Poly GIA 75 Staplern (resorbierbare Klammern, Polyglykol- und Polylactatsäure) in einem Arbeitsgang antimesenteriell Seit-zu-Seit anastomosiert. Für die Anastomosierung sind in der Regel drei Stapler erforderlich. Hiernach erfolgt eine 180 Grad-Drehung des Pouches gegen den Uhrzeigersinn womit die Ileozökalklappe cranial zu liegen kommt. Am tiefsten Punkt des Pouches erfolgt die urethro-intestinale Anastomse mit 8 monofilen Fäden.  Die uretero-intestinale Anastomose erfolgt in das prävalvuläre Ileum wie beim Ileum Conduit. Der rechten Harnleiter wird in Nesbit-Technik (Vicryl® 6/0) implantiert, der linke, je nach Lage in Nesbit- oder in Wallace-Technik. Bei sehr kurzen Harnleitern kann ein längeres Ileumsegment als Harnleiterersatz verwandt werden. Harnleiterschienen verbleiben 10 Tage, nach 3 Wochen wird der transurethrale Katheter entfernt.

Ergebnisse: Bei 34 Patienten traten keine staplerbedingten Komplikationen ein. 3 Wochen postoperativ lag die Pouchkapazität bei 430 ml, ein Reflux fand sich in 15% der renoureteralen Einheiten. 3-6 Monate postoperativ betrug die Pouchkapazität 570 ml mit einem Reflux in 10 % der RUU's. Die Kontinenz und das Miktionsverhalten unterschied sich nicht von Patienten mit orthotoper Blasensubstitution in der Originaltechnik.

Schlussfolgerungen: Durch Einsatz von resorbierbaren Staples kann der operative Aufwand für die Pouch-Formation ohne erhöhte Komplikationsrate vermindert werden. Durch Nutzung der Ileozökalklappe besteht ein Refluxschutz in der Mehrzahl der Fälle von Beginn an. Mit Anwachsen der Pouchkapazität und zunehmender Kompetenz der Ileozökalklappe, bei absinkenden Drücken, reduziert sich die Rate der refluxiven RUU's. Die Harnleiterimplantation erfolgt analog zum Ileum-Conduit auch bei dilatierten oder kurzen Ureteren, bei denen das zuführende Segment im Sinne eines Ureterersatzes länger gewählt werden kann.

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