Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 15. Dezember 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

26. Juni 2002

Potenz und Prostata - Katastrophale Vorsorgequote beim Mann / Männer kümmern sich um ihr Auto besser als um ihren Körper.Potenz und Prostata - von Anfang November 2001 bis Ende Juni 2002 erhielten Tausende Männer und Frauen die Gelegenheit, sich bundesweit auf 27 "Männergesundheitstagen" zu informieren. "Es zeigte sich von Lübeck bis Konstanz einmal mehr: eine gute Aufklärung verbessert auch die Präventionsbemühungen der Männer", so der Präsident des Berufsverbandes der Deutsche Urologen (BDU), Dr. Klaus Schalkhäuser (Dorfen bei München). Die hohe Teilnehmerzahl beweise, dass Prostataleiden Volkskrankheiten seien und jeden Mann angingen. Mit 38.000 Neuerkrankungen jährlich und fast 800.000 Behandlungsfällen habe der Prostatakrebs den Lungenkrebs beim Mann von dessen traurigem Spitzenplatz verdrängt. Mehr Informationen zu Vorsorge und Früherkennung seien "dringend angesagt", auch bei gutartiger Prostatavergrößerung oder beim Tabuthema "Potenzprobleme", so der BDU-Präsident. Die "Männergesundheitstage" wurden veranstaltet vom BDU und der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Die Schirmherrschaft hatte Bundespräsident a.D. Prof. Roman Herzog übernommen.

"Ein prima Anfangserfolg", resümierte Dr. Klaus Schalkhäuser, "der sich in der umfangreichen Berichterstattung und der enormen Resonanz bundesweiter Telefonaktionen gezeigt hat. Es ist uns in kürzester Zeit gelungen, die Öffentlichkeit - insbesondere das vermeintlich "starke Geschlecht" - zu sensibilisieren für die Bedeutung der Vorsorge. Jetzt müssen wir die Verantwortung übernehmen, dem Bedürfnis der Patienten gerecht zu werden, dass der Vorsorgegedanke auch politisch weitergegeben wird", so der Verbandspräsident.

Die Fakten sind erschreckend: Etwa 3 Millionen Männer sind mit Prostataerkrankungen in Behandlung. Rund 800.000 davon lassen sich wegen eines Prostatakrebses behandeln - Tendenz steigend. Damit haben sich Prostataleiden zu einer Volkskrankheit entwickelt. Das Problem an dieser Tatsache ist häufig das "starke Geschlecht" selber: Nur max. 18 % der Männer nutzen die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung - ein katastrophales Ergebnis. Dabei liegt die Gefahr auch in dem schleichenden Voranschreiten der Erkrankungen, die zu Beginn keine Beschwerden verursachen und deswegen zu oft unerkannt bleiben.

Auch dem absoluten Tabuthema Potenzprobleme widmeten sich die Urologen während der Männergesundheitstage - mit zum Teil überraschend offenen Fragen in bundesweiten Telefonaktionen oder Diskussionen in einzelnen Veranstaltungen. Immerhin leiden 5 bis 6 Millionen Männer unter Potenzproblemen - und die Partnerschaft leidet meistens mit. Die Urologen richten ihren klaren Appell an die Männer, nicht im Stillen zu leiden, sich dem Partner oder der Partnerin anzuvertrauen und eventuell sogar gemeinsam einen Urologen aufzusuchen. Denn nur der kann die Gewähr für eine kompetente Behandlung bieten. Eindringliche Warnungen der Verbände richten sich an die unkontrollierte, wahllose Einnahme von Medikamenten ohne ärztliche Kontrolle. Riskante, sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen, bleiben dem Einnehmenden nur allzu oft verborgen.

Der Präsident des BDU dankte den unterstützenden Firmen Boehringer Ingelheim, Takeda Pharma und Yamanouchi Pharma, ohne die die "Männergesundheitstage" in dieser Form nicht möglich gewesen wären.