Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 15. Dezember 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

Jubiläum 100

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. Pressemitteilung

100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.


Präsident der DGU appelliert an Geschlossenheit seines Faches


Düsseldorf, 20.03.2006 Ein historisches Jubiläum, innovative Medizin und aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen:
Der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), der renommierte Lübecker Urologe Professor Dr. Dieter Jocham, führt seine wissenschaftliche Fachgesellschaft durch ein ereignisreiches Jahr.

„Die Deutsche Gesellschaft für Urologie im Jubiläumsjahr nach außen in der Funktion des Präsidenten repräsentieren zu dürfen, stellt eine große Ehre und Verpflichtung dar“, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. In der Tat blicken Deutschlands Urologen auf ein Jahrhundert großer Erfolge zurück.

Nach der Ablösung vom Fachbereich der Chirurgie, dem so genannten Mutterfach, wurde die DGU im September 1906 in Stuttgart gegründet, der erste Kongress der neuen Gesellschaft fand ein Jahr später in Wien statt. Heute vertritt die DGU über 4200 Mitglieder aus Klinik und Praxis, ihre nationale Jahrestagung ist der weltweit drittgrößte Fachkongress für Urologie. Ihre Ziele sind die Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung im Fach Urologie sowie die Fort- und Weiterbildung der in Deutschland tätigen Urologinnen und Urologen, um eine Versorgung der Bevölkerung auf hohem fachlichem Niveau zu sichern.

Als Meilensteine des wissenschaftlichen Fortschritts der letzten 100 Jahre gelten unter anderem die Verfahren zur Harnableitung wie das Ileum-Conduit oder die orthotope Neoblase, die berührungsfreie Zertrümmerung von Nierensteinen durch Stoßwellen, die Entwicklung endoskopischer Instrumente und Operationsverfahren und die Laparoskopie zum Einsatz modernster minimal invasiver Op-Techniken in der Urologie.

Pünktlich zum 100-Jährigen beweist die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. auch Zeitgeist und präsentiert ihre 58. Jahrestagung mit neuem Internet-Auftritt und modernem Corporate Design. „Die Entwicklung eines Corporate Design war mir ein spezieller Wunsch, um die Wahrnehmung der DGU in der Öffentlichkeit zu stärken“, sagt Professor Jocham, der als Präsident gleichzeitig für Leitung und Organisation des 58. DGU-Kongresses vom 20. bis 23. September 2006 in Hamburg verantwortlich ist.

„Es versteht sich von selbst, dass sowohl in Hamburg als auch beim Kongress 2007, der zu Ehren des ersten Kongresses im Jahre 1907 in Wien wiederum in Österreichs Hauptstadt stattfinden wird, die 100-jährige Tradition besonders herausgestellt wird.“

Auf beiden Jubiläums-Kongressen geht es jedoch vorrangig um aktuellen Wissenschafts-Austausch und medizinische Innovationen. Beim 58. DGU-Kongress in der Hansestadt stehen neue medikamentöse Therapieansätze, Möglichkeiten und Grenzen der so genannten Zweitlinientherapie in der urologischen Onkologie, die Rolle der Metastasenchirurgie und die Immuntherapie urologischer Tumoren im Mittelpunkt. Natürlich auch im Programm: Neues zu urologischen Dauerbrennern wie dem Prostatakarzinom und der erektilen Dysfunktion, Inkontinenz und der Neuro-Urologie. „Unser jährlicher Kongress, zu dem wieder mehr als 6000 Besucher und Experten aus aller Welt erwartet werden, bietet das Forum für alle wesentlichen wissenschaftlichen Neuerungen“, so DGU-Präsident Jocham, dessen Lübecker Klinik ebenfalls für modernste Medizin steht und als eines der ersten Häuser in Deutschland die Laparoskopie etablierte.

Von brennender Aktualität in der laufenden Präsidentschaftsperiode bleibt zweifelsfrei die Berufspolitik: „Das gesamte Gesundheitswesen unterliegt einem dramatischen Wandel. Extreme wirtschaftliche Zwänge treffen auch und gerade die Fachärzte in Praxis und Klinik. Beide Bereiche sind von Insolvenzen bedroht. Die interdisziplinäre Kompetition, aber auch die Diskussion innerhalb der Fachdisziplin haben deutlich zugenommen, wenn es um Medizinmärkte und Erlöse geht. Von diesen vielfältigen Prozessen bleibt die Urologie leider nicht unberührt. Mein persönliches Anliegen ist daher ohne Frage der dringende Appell zur Geschlossenheit des eigenen Faches, was angesichts des wachsenden Drucks zunehmend schwieriger werden wird“. Berufspolitik müsse deshalb im Laufe des Jahres und darüber hinaus beim Kongress in Hamburg unter tagespolitisch aktuellen Gesichtspunkten thematisiert werden, so der Kongress-Präsident weiter.

In dieser Funktion obliegen Professor Jocham aber auch Herausforderungen ganz anderer Art: Die Gestaltung des Rahmenprogramms zum Beispiel. Da wird der Präsident des 58. DGU-Kongresses mit dem Auftritt von Künstlern der Musikhochschule Lübeck am Akademischen Eröffnungsabend in der Hamburger Laeiszhalle ein Stück Heimat von Hansestadt zu Hansestadt transportieren und seine Gäste im Verlauf des Gesellschaftsprogramms noch überraschen.

Weitere Informationen:

DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Tel.: (040) 79 14 05 60
eMail: info(at)wahlers-pr.de

Kongress-Akkreditierung für Journalisten:www.dgu-kongress.de