Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 03. Dezember 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

58. DGU-Kongress

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. - Pressemitteilung

Kleine Patienten im Blick

Kinderurologie: Ein Top-Thema auf dem 58. Urologen-Kongress in Hamburg

Hamburg, 10.08.2006 Drei bis sechs Prozent aller männlichen Neugeborenen sind von einer Hodenfehllage betroffen: Bleibt sie unbehandelt, droht den kleinen Patienten spätere Unfruchtbarkeit. Medikamentöse und oder operative Behandlung durch den Kinderurologen nehmen dem Hodenhochstand heute seine Schrecken. Aktuelle Diagnostik und Therapie dieser und anderer kinderurologischer Erkrankungen gehören zu den Top-Themen auf dem 58. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., der vom 20. bis 23. September 2006 in Hamburg stattfindet.

"Im Laufe der normalen Entwicklung des Kindes im Mutterleib wandern die Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack. Passiert das nicht, kommt es zu verschiedenen Hodenfehllagen wie Bauchhoden oder den Leistenhoden", so Professor Margit Fisch, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). Abgesehen vom Pendelhoden benötigen alle Formen des Hodenhochstands eine Behandlung, die spätestens Ende des zweiten Lebensjahres abgeschlossen sein sollte, da die Temperatur im Bauchraum / Leiste für die empfindlichen Hodenzellen zu hoch ist und zu einer irreparablen Schädigung der Fruchtbarkeit führen kann. "Die aktuelle Tendenz geht zu einer immer früheren Therapie. Außerdem hat eine Hormonbehandlung einen positiven Einfluss auf die spätere Spermienqualität", sagt Professor Fisch und weist zusätzlich daraufhin, dass Männer mit früherem Hodenhochstand ein höheres Risiko für Hodenkrebs haben.

"Neben dem Hodenhochstand sehen wir in unseren Sprechstunden am häufigsten Fälle von Vorhautverengung (Phimose), zu tiefen Harnröhrenmündungen (Hypospadie) und einnässenden Kindern", so die Chefärztin, Kinderurologin und Leiterin des Urologischen Zentrums Hamburg am AK Harburg. Bis zu 18 Prozent der bis 8-jährigen Jungen sind von einer Vorhautverengung betroffen. Im Säuglingsalter ist die Vorhautenge ein Normalbefund. Nach dem fünften Lebensjahr sollte die Vorhaut zurück zu schieben sein. Die operative Korrektur einer Phimose wird heute in der Regel ambulant durchgeführt.

Eine zu tiefe Harnröhrenmündung (Hypospadie) betrifft eines von ca. 300 Neugeborenen. Die operative Korrektur erfordert viel Erfahrung und mikrochirurgische Fähigkeiten und sollte deshalb nur an spezialisierten Kliniken erfolgen.

Nächtliches Einnässen (nach dem 5. Lebensjahr) ist zwar ein harmloses aber häufig die ganze Familie stressendes Problem. Etwa 18 Prozent aller 8-jährigen Kinder sind betroffen. Die Ausheilungsrate dieser Reifungsstörung beträgt 5 % pro Jahr ohne Behandlung.

Weitere kinderurologische Erkrankungen betreffen Fehlbildungen und Erkrankungen an Niere, Harnleiter, Harnblase und Genitale. Kinder- und auch Jugendlichensprechstunden werden flächendeckend im gesamten Bundesgebiet von verschiedenen Kliniken und Praxen mit Schwerpunkt Kinderurologie angeboten. Professor Margit Fisch: "Erkrankungen des Urogenitalbereichs sind an sich schon ein sehr sensibler Bereich. Für unsere kleinen Patienten gilt das im besonderen Maße und erfordert deshalb kindgerechte diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen".

Kinderurologische Notfälle sind eher selten. "Sie betreffen die Verdrehung des Hodens, die möglichst schnell operiert werden sollte, fieberhafte Harnwegsinfekte bei angeborenen Fehlbindungen und Traumata der Niere etwa durch Reitunfälle."

Erkrankungen der kindlichen Niere, neue Erkenntnisse zum Hodenhochstand und der Refluxtherapie, dem Urin-Rückfluss in Harnleiter / Niere, gehören zu den kinderurologischen Themen, die aktuell auf der 58. wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. im Congress Center Hamburg (CCH) von renommierten Experten diskutiert werden.

"Auf dem Gebiet der Diagnostik sind Verfahren ohne Strahlenbelastung wie Sonographie und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) weiter auf dem Vormarsch. Das Ablauf-MRT wird langfristig mit nur einer Untersuchung zwei Verfahren, die Röntgenkontrastuntersuchung der Nieren und die Nierenfunktionsprüfung ersetzen", sagt DGU-Pressesprecherin Margit Fisch und empfiehlt interessierten Medienvertretern zur Information zu den genannten Themen das Forum 8 "Kinderurologie" am Donnerstag, dem 21. September 2006 von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr in Saal 4 des CCH.

Weitere Informationen:

DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Tel.: (040) 79 14 05 60
eMail: info(at)wahlers-pr.de

Akkreditierung für Journalisten, die vom 20.- 23. September im Congress Center Hamburg den 58. Urologenkongress besuchen möchten: www.dgu-kongress.de