Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 17. Juni 2011|Aktualisiert am 16. Februar 2022

Ich habe Blut im Urin – was kann das bedeuten?

Frage: Ich habe Blut im Urin – was kann das bedeuten?

Antwort: Sichtbare Blutbeimengungen im Urin werden als Makrohämaturie bezeichnet und müssen immer urologisch abgeklärt werden. Die häufigsten Ursachen einer sichtbaren Blutbeimengung sind Entzündungen der Harnblase. Dies können sehr gut und schnell mit einem Antibiotikum behandelt werden. Oftmals wird begleitend mit einem Schmerzmittel behandelt. In aller Regel berichten die Patienten bei Entzündungen darüber, dass begleitend zur Makrohämaturie das Wasserlassen schmerzhaft ist. Dieses ist ein häufiger Hinweis auf eine Entzündung.

Je nach Ausmaß der Blutbeimengung ist die Ursache möglichst schnell zu ermitteln.

Für das Auge nicht sichtbare Blutbeimengungen werden hingegen als Mikrohämaturie bezeichnet. Jeder Mensch hat normalerweise wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin. Übersteigt die Anzahl ein bestimmtes Maß, so wird dieses über eine Urinuntersuchung des Urins festgestellt. Oftmals sind weiterführende urologische Untersuchungen notwendig, um Erkrankungen auszuschließen oder sie gegebenenfalls zu behandeln.

Grundsätzlich können die Blutbeimengungen aus dem gesamten Bereich der sogenannten ableitenden Harnwege stammen. Sie können also aus der Niere, dem Harnleiter, der Harnblase oder der Harnröhre sein. Beim Mann gibt es auch Blutungen aus der Prostata und den Samenblasen.

Die genaue Erhebung der Krankengeschichte gibt dem Urologen erste Hinweise auf die mögliche Blutungsquelle. So können z.B. allgemeine Infektionen des Körpers zu Blutausscheidungen über die Nieren führen. Des Weiteren können angeborene oder erworbene Veränderungen im Sinne von Nierenzysten zu vermehrten Blutbeimengungen führen. Nieren-, Harnleiter-, bzw. Blasensteine oder kleinere Kristalle können durch Reibung die Schleimhäute im Harntrakt verletzen und so für die Blutbeimengung sorgen. Häufige Ursachen einer Mikro-oder einer Makrohämaturie sind wie schon oben gesagt akute oder chronische Entzündungen der Harnblase oder Prostata sein.

Letztendlich können in seltenen Fällen auch gut- oder bösartige Tumore der ableitenden Harnwege zu Blutungen führen. Gerade in Fällen, in denen sichtbares Blut (=Makrohämaturie) ohne Schmerzen berichtet werden, ist in aller Regel eine Blasenspiegelung durch den Urologen notwendig. Solche Symptome können durch Blasentumore verursacht werden. Der Urologe wird Sie genau darüber informieren, wie eine solche Untersuchung erfolgt.

Auch sportliche Aktivitäten können durch Erschütterungen zu Blutbeimengungen führen.

Der Urologe wird nach einem ausführlichen Gespräch, bei dem auch Begleiterkrankungen und regelmäßige Medikamenteneinnahmen erfragt werden, in manchen Fällen weiterführende Untersuchungen veranlassen. Diese beinhalten eine sorgfältige körperliche Untersuchung, weiterführende Untersuchungen des Urins mit den roten Blutkörperchen (=Erythrozyten) unter dem Mikroskop. Es erfolgen auch Ultraschalluntersuchungen von den Organen des Harntrakts, also Niere, Blase und ggf. der Prostata). Auch Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Nierenfunktion sind manchmal notwendig. Weiterführende bildgebende Diagnostik wie die Computertomographie ergänzt die Abklärung. Aber nicht immer, sondern nur, wenn es dem behandelnden Arzt als notwendig erscheint.

Bei Erkrankungen, die mit Veränderungen des Nierengewebes einhergehen und die Nierenleistung stark einschränken sind weiterführende Untersuchungen bis hin zur Probeentnahme von Nierengewebe erforderlich. Hier arbeitet der Urologe Hand in Hand mit Nephrologen zusammen. Das sind Internisten, mit dem Spezialgebiet von Erkrankungen der Niere. Sollte die Entnahme von Nierengewebe notwendig sein, so erfolgt dieses in aller Regel durch den Nephrologen.