Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Im Fokus des 3. Männergesundheitsberichts: Sexualität von Männern

19.05.2017. Anfang Mai 2017 veröffentlichte die Stiftung Männergesundheit ihren nunmehr dritten Männergesundheitsbericht. Zuvor publizierte die Berliner Stiftung 2010 eine Übersicht über die allgemeine gesundheitliche Lage von Männern und beleuchtete 2013 schwerpunktmäßig deren psychische Gesundheit. Der jüngste Männergesundheitsbericht thematisiert nun die Sexualität von Männern in Deutschland als einen wesentlichen Teil von Gesundheit.

Demnach bedeutet sexuelle Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von krankheitsbedingten sexuellen Störungen und sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten, sondern umfasst auch das Wohlbefinden, das durch ein befriedigendes Sexualleben gefördert wird. Die Abhandlung entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg und ist, laut Stiftung Männergesundheit, der erste interdisziplinäre Gesundheitsbericht in Europa zu diesem Thema. In 31 Kapiteln beleuchten 40 Autoren das männliche Sexualleben sowohl unter sozialwissenschaftlichen als auch medizinischen Perspektiven – in allen Altersgruppen, für Männer jedweder sexuellen Orientierung, für Randbereiche bis hin zu Tabuthemen wie die Sexualität in Haftsituationen. Demnach führen sexuelle Probleme oft zu einer geringeren Lebenserwartung und Partnerschaftsqualität, erhöhter Depressivität und allgemeiner Unzufriedenheit. In ihrem Resümee konstatiert die Stiftung Männergesundheit zudem große Forschungslücken und einen immensen Nachholbedarf bei der Etablierung sexualwissenschaftlicher Studiengänge. Gut ausgebildete Sexualmediziner seien für alle ratsuchenden Personen in Hinblick auf Sexualität erforderlich. So könnten Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt vorgebeugt, geschlechtlich-sexuelle Selbstbestimmung unterstützt und sexuelle Gesundheit gefördert werden, betont Editorin Prof. Dr. sc. med. Doris Bardehle. Mehr Kommunikation und Aufklärung sei der Schlüssel für weniger Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten, mehr Akzeptanz hinsichtlich geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie für die Förderung grenzachtenden Verhaltens und die Reduzierung sexueller Straftaten. Dabei sei eine geschlechtsspezifische Ansprache nötig, welche die Lebenswelt der Jungen und Männer berücksichtigt. Auch Editor und Urologe Prof. Dr. med. Theodor Klotz, MPH, sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Forschung zum sexuellen Verhalten vor allem chronisch kranker Männer. Zudem beklagt er, dass männliche Sexualstörungen immer noch tabuisiert werden, obwohl zum Beispiel Potenzstörungen wichtige Marker für unerkannte Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Prostataerkrankungen sein können und deshalb schon bei der Anamneseerhebung durch den Hausarzt angesprochen werden sollten. Seine Empfehlung an die Politik lautet deshalb, die erektile Dysfunktion im Rahmen von Vorsorgeprogrammen als Symptom aufzunehmen, das dann in einem zweiten Schritt durch den Facharzt für Urologie abgeklärt werden kann. Der 3. Männergesundheitsbericht ist im Psychosozial-Verlag erschienen und kann für 39,95 Euro (zzgl. 3,95 Euro Versandkosten) unter: www.maennergesundheitsbericht.de bestellt werden. Text: Pressestelle


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