Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 28. November 2006|Aktualisiert am 08. Januar 2019

6. Salzhäuser Gespräche

Gerechtes Honorar unter den GR-DRG´s?

Ihre berufspolitischen Hoffnungen setzen die urologischen Belegärzte zu Beginn dieses Jahres ganz auf die integrierte Versorgung im System der GR-DRG (German refind Diagnosis Related Groups). Dr. Ernst Bruckenberger, Lehrbeauftragter der medizinischen Hochschule Hannover und Referent der 6. Salzhäuser Gespräche urologischer Belegärzte in Lüneburg, wird in diesem Jahr für die urologischen Beleger eine komplexe System-Analyse vorbereiten. "Unter DRG-Bedingungen", stellte der Organisator der Salzhäuser Gespräche und Vorsitzende des BvDU-Arbeitskreises Belegärzte, Dr. Andreas W. Schneider, fest, "geht kaum ein Weg an den Belegärzten vorbei." Wenn die urologische Abteilung unter DRG-Bedingungen 25 bis 35 Prozent ihrer Betten abbauen müsse, seien viele urologische Abteilungen im ländlichen Raum in Zukunft wirtschaftlich nicht mehr überlebensfähig.

"Die Zahl der Hauptabteilungen wird somit zu Gunsten des Belegarztwesens deutlich abnehmen", unterstrich Schneider. Die wachsende Bedeutung der Belegärzte sieht Schneider auch darin bestätigt, dass der Gesetzgeber einen eigenen G-DRG-Katalog festgelegt habe. Umso wichtiger aber sei es, für die Zukunft eine "gerechte Honorierung" zu erreichen. "Die Lösung", unterstrich Schneider, "ist nur durch eine sektorenübergreifende, den Geboten der integrierten Versorgung folgende Finanzierung möglich." Die um den so genannten "Arzt-Anteil" von 14 bis 15 Prozent reduzierte G-DRG-Belegarztpauschale könne wie geplant an das Krankenhaus gezahlt werden. "Der Differenzbetrag der Fallpauschalen jedoch", regt Schneider an, "wird zukünftig zur Finanzierung der stationär-belegärztlich erbrachten Leistung benutzt, zum Beispiel durch Zahlung über die Kassenärztlichen Vereinigungen." Bislang werde die belegärztliche Leistung ausschließlich aus dem Topf der niedergelassenen Vertragsärzte finanziert. Eine Ausweitung der Leistungen stoße hier ebenso auf Widerstand wie eine Finanzierung aus dem Krankenhausbudget. Schneiders Fazit: "Hier steht der Belegarzt zwischen den beiden klassischen Systemen der Krankenversorgung."

Diagnostik und Therapie des nicht mehr kurativ behandelbaren Prostatakarzinoms standen im Mittelpunkt des medizinischen Teils der 6. Salzhäuser Gespräche. Prognostische Parameter und ihre Verlässlichkeit sowie therapeutische Optionen von Hormon- und Chemotherapie über die palliative Strahlentherapie bis zu komplementären und alternativen Formen der Therapie beschäftigten die Referenten. Die so zusammengestellten Behandlungsoptionen bilden einen z. Zeit gültigen Leitfaden für die komplexe Therapie des fortgeschrittenen Prostatatumors. Die gesamte Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist im Internet abrufbar unter http://www.medicstream.de/lueneburg/video.htm

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