Autor: Pressestelle DGU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 29. Oktober 2019

Nach STIKO-Empfehlung und Kostenübernahme: Starker Anstieg der HPV-Impfung für Jungen

03.03.2020. Seit Juni 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für Jungen analog zu Mädchen im Alter von 9-14 Jahren; seit Januar 2019 ist die HPV-Impfung auch für Jungen eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen: Nun zeigt eine erste Analyse, dass die Anzahl der Jungen, die die erste HPV-Impfdosis erhalten haben, seit der STIKO-Empfehlung deutlich gestiegen ist.

Mit etwas mehr als 51.000 ersten Impfdosen bis April 2019 lag die Anzahl auf vergleichbarem Niveau wie bei Mädchen, heißt es in einer Pressemitteilung des Pharmaunternehmens MSD SHARP & DOHME GMBH. „Dass die HPV-Impfung für Jungen offenbar angenommen wird, ist ein wichtiger Schritt bei der Prävention HPV-bedingter Krebserkrankungen und Genitalwarzen“, sagt Prof. Dr. Christian Wülfing, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). Die Fachgesellschaft hat sich seit Jahren für die HPV-Impfung von Jungen stark gemacht und die Erweiterung der Impfempfehlung der STIKO 2018 mit einer Urologischen Themenwoche begleitet und damit allein in den sozialen Medien über eine halbe Million Menschen erreicht.

Der Anstieg der Jungen-Impfung hat sich laut Analyse auf Basis der Datenbank IMS Pharmascope Vaccines in zwei Schritten vollzogen: Danach erhielten zum Zeitpunkt der STIKO-Empfehlung im Juni 2018 lediglich 832 Jungen die erste HPV-Impfdosis. Bis Dezember 2018 war ein deutlicher Anstieg auf 9.670 Dosen zu verzeichnen. Mit der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ab Januar 2019 stieg die Inanspruchnahme der HPV-Impfung durch Jungen im selben Monat sprunghaft um etwa 200 Prozent auf 28.691 Impfdosen. Bis April 2019 steigerte sich die Anzahl weiter bis auf 51.934 Dosen. Zum Vergleich: Die Inanspruchnahme der ersten HPV-Impfdosis bei Mädchen schwankte im selben Zeitraum zwischen 27.287 und 50.788 Dosen.

Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und können verschiedene Krebsarten und deren Vorstufen sowie Genitalwarzen verursachen. HPV-bedingte Krebsarten sind Gebärmutterhalskrebs, Mund- und Rachenkrebs, Analkrebs sowie Krebserkrankungen von Schamlippen, Scheide und Penis. Eine möglichst frühe Impfung gegen Humane Papillomviren schützt beide Geschlechter vor HPV-bedingten Krebserkrankungen und gutartigen, aber schwer zu behandelnden und sehr belastenden Genitalwarzen.

„Aufklärung über die HPV-Impfung bleibt trotz der positiven Entwicklung bei der Jungenimpfung dringend notwendig, denn im Vergleich mit angelsächsischen und nordischen Ländern mit Impfquoten von über 70 Prozent ist die Impfquote in Deutschland gering“, betont DGU-Pressesprecher Prof. Wülfing. Obwohl die Empfehlung zur HPV-Impfung für Mädchen bereits seit 2007 besteht, waren laut Robert Koch-Institut 2015 deutschlandweit lediglich 31 Prozent der 15-jährigen und 44 Prozent der 17-jährigen Mädchen vollständig geimpft. Das RKI hat erste Zahlen zur HPV-Impfung der Jungen für den Frühsommer 2020 angekündigt.

Text: DGU-Pressestelle


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