Autor: Pressestelle DGU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 29. Oktober 2019

Interessenten für DFG-Nachwuchsakademie "UroAgeCare" gesucht!

13.12.2019. Wer hat Interesse, als Teilnehmer an der DFG-Nachwuchsakademie "UroAgeCare" mitzuwirken? Eine DFG-Nachwuchsakademie ist ein strategisches Förderinstrument der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) mit dem Ziel, einen wahrgenommenen Mangel an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in einem definierten, im Fachbereich unterrepräsentierten Themengebiet mit der Durchführung eines fokussierten Mentorings zu begegnen, um diesen Personenkreis strukturell an ihren ersten DFG-Antrag heranzuführen.

Im Ergebnis soll die Nachwuchsakademie die wissenschaftliche Selbständigkeit der Kandidatinnen und Kandidaten fördern, für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisieren und zur Erlangung der "DFG-Antragsreife" für eigenständige Forschungsprojekte und Drittmitteleinwerbungen qualifizieren.

Diese neue Maßnahme steht im Kontext der DGU-Forschungsoffensive, die seit 2018 eine verstärkte Antragstätigkeit aus der urologischen Community heraus anstrebt. Neben einer gemeinsamen Repräsentanz "Research in Germany" von DFG und u.a. DGU am Jahreskongress der American Association of Cancer Research (AACR) in Chicago fanden Aktionstage zur institutionalisierten Forschungsförderung mit Vertretern der DFG, des BMBF und der Deutschen Krebshilfe statt. Nicht zuletzt stellt auch die Umwidmung des Stiftungskapitals der Reinhard Nagel-Stiftung zur Unterstützung von Forschungsanträgen ein weiteres wichtiges Instrumentarium der DGU-Forschungsoffensive dar.

Ergänzend dazu soll nun eine DFG-Nachwuchsakademie diejenigen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler abholen, die nach ihrer Promotion bereits erste Forschungserfahrungen haben, für eine Projektführung im Rahmen eines eigenen DFG-Antrages allerdings noch nicht ausreichend qualifiziert sind. Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich alle Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit medizinischem oder naturwissenschaftlichem Hintergrund, die eine Anstellung an einer urologischen Klinik vorweisen können und deren Promotion maximal 6 Jahre zurückliegt.

Ein Leitungs- und Koordinierungsgremium, welches das vorliegende Konzept einer urologischen Nachwuchsakademie erarbeitet hat und die Akademie später auch leiten wird, ist prominent besetzt:

·  Prof. Dr. rer. nat. Roland Schüle, Klinik für Urologie und Zentrum für Klinische Forschung am Universitätsklinikum Freiburg,

·  Prof. Dr. med. Matthias Schwab, Institut für Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum Tübingen sowie Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie Stuttgart und

·  Prof. Dr. med. Bernd Wullich, Urologische und Kinderurologische Klinik am Universitätsklinikum Erlangen.
Unterstützt wird das Leitungsgremium durch einen Vertreter der Eisenberger-Stipendiaten, PD Dr. med. Steffen Rausch, Klinik für Urologie am Universiätsklinikum Tübingen und durch den Forschungskoordinator der DGU, Dr. rer. nat. Christoph Becker.

Das durch das Leitungs- und Koordinierungsgremium vorgeschlagene Thema fokussiert urologische Erkrankungen in der älter werdenden Gesellschaft - "Urological Diseases in an Ageing Society: From Genetics to Medical Care (UroAgeCare)" - und adressiert damit ein weit umfassendes Forschungsfeld, das sich, je nach Interesse und Forschungsgebiet der Teilnehmenden, in verschiedene einzelne Schwerpunkte differenzieren lassen kann. Denkbar sind z.B. folgende Aspekte:

·  Development and/or use of preclinical and in vivo models towards a better knowledge and understanding of age-related oncological and non-oncological urological diseases.

·  Age-driven alterations in gene and protein regulation as basis of the development of urological tumor or non-tumor diseases in elderly patients.

·  Age-related immunologic function and immunomonitoring as basis for immunotherapies in elderly patients with oncological and non-oncological urological diseases.

·  Metabolism and pharmacogenetics for a better prediction of adverse events and drug interactions in uro-geriatric patients.

·  Big data and AI: Towards a better understanding of the needs in medical care of geriatric patients in urology.

·  Biomedical engineering in aging - aspects of reconstructive urology and tissue engineering.

·  Geriatric assessments and interventions: relevance in the surgical and systemic treatment of geriatric patients with urological diseases.
Strukturell ist die DFG-Nachwuchsakademie ein einjähriges Mentoringprogramm, bei dem jedem Forschungsthema zwei ausgewiesene wissenschaftliche Mentoren zugewiesen werden, die jeweils zwei KandidatInnen betreuen, so dass sich im Endeffekt ein Betreuungsschlüssel von 1:1 ergibt. Die Nachwuchsakademie gliedert sich in die folgenden Phasen:

·  Ausschreibung der Akademie mit Titel und Bewerbungsfrist,

·  Bewerbungen von Kandidatinnen und Kandidaten mit Antragsskizze für einen geplanten DFG-Antrag,

·  Auswahl von max. 20 Teilnehmenden,

·  Einwöchiges Seminar mit allen Teilnehmenden, der sog. Faculty, bestehend aus den Mentoren und den Leitungsmitgliedern, sowie ausgewählten wissenschaftlichen Gastreferenten,

·  Ausarbeitung der DFG-Vollanträge durch die Teilnehmenden mit Beratungsoption durch die zugewiesenen Mentoren,

·  Zweitägiges Abschluss-Seminar mit Vorstellung der resultierenden DFG-Anträge und Diskussion der Ergebnisse

·  Einreichung der ausgearbeiteten Anträge bei der DFG.

Die Laufzeit der Projekte aus der DFG-Nachwuchsakademie ist (zunächst) auf 1 Jahr begrenzt. In dieser Zeit sollen die Geförderten ihre Projekte experimentell anschieben und gleichzeitig einen Folgeantrag - dieses Mal für das "normale" Einzelverfahren - ausarbeiten und rechtzeitig vor Ablauf ihres Förderjahres bei der DFG einreichen. Der besondere Vorteil einer Antragstellung aus einer DFG-Nachwuchsakademie heraus liegt a) in der Förderquote von ca. 60 % für den Erstantrag, b) in der schnellen Bearbeitungszeit von 3-4 Wochen und c) in der bevorzugten Berücksichtigung des Folgeantrags, der von der DFG im Kontext mit der Nachwuchsakademie und den Ergebnissen des ersten Förderjahres bewertet wird. Somit öffnet eine Nachwuchsakademie den Teilnehmenden quasi die Türen zur DFG.

Interessenten für die vorgestellte DFG-Nachwuchsakademie sind aufgerufen, sich mit ihrer möglichen Projektidee bis zum 31. Januar 2020 an das o.g. Leitungs- und Koordinierungsgremium zu wenden. Wir möchten Sie auch bitten, eventuelle Kooperationspartner, mit denen Sie schon zusammenarbeiten oder zu denen Sie gerne Kontakt aufbauen möchten und die auf dem jeweiligen Forschungsgebiet wissenschaftlich hoch ausgewiesen sind, zu benennen. Diese können im Rahmen der Nachwuchsakademie sowohl als Mentoren als auch als Forschungspartner fungieren. Die KandidatInnen richten dazu einfach eine formlose Email an den Forschungskoordinator der DGU, Dr. Christoph Becker: cbecker(at)dgu.de.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Anliegen potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten aus Ihrer Abteilung / Ihrer Arbeitsgruppe / Ihrer Vereinigung / Ihres Netzwerks antragen und dieses Schreiben entsprechend weiterleiten könnten.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit besten Grüßen aus dem Leitungs- und Koordinierungsgremium der DFG-Nachwuchsakademie UroAgeCare:
Prof. Dr. Bernd Wullich
Prof. Dr. Roland Schüle
Prof. Dr. Matthias Schwab
PD Dr. Steffen Rausch
Dr. Christoph Becker


sowie aus dem DGU-Ressort Forschungsförderung:
Prof. Dr. Maximilian Burger


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