Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 08. Januar 2019

Studie zeigt Nutzen von Bestrahlung des Primärtumors bei metastasiertem Prostatakrebs

31.10.2018. Bei zahlreichen Männern wird Prostatakrebs erst diagnostiziert, wenn die Tumorerkrankung sich bereits mit Metastasen ausgebreitet hat. In diesen Fällen gilt bislang eine medikamentöse Therapie als Standard der Behandlung, nicht jedoch die Bestrahlung der Prostata. Jetzt haben britische Forscher herausgefunden, dass eine parallele Strahlentherapie des Primärtumors in der Prostata die Wahrscheinlichkeit des Überlebens deutlich erhöhen kann, sofern die Metastasen-Last noch gering ist.

Erste Ergebnisse aus diesem Arm der britischen STAMPEDE-Studie sind beim Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in München vorgestellt worden.
In die Studie waren insgesamt 2061 Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem Prostatakrebs aus 117 Kliniken in Großbritannien und der Schweiz einbezogen, 819 darunter mit niedriger Metastasen-Last. Nach dem Zufallsprinzip erhielt eine Hälfte aller Patienten die medikamentöse Standardtherapie, die andere zusätzlich auch eine Strahlenbehandlung. Über die Gesamtheit der Studienteilnehmer betrachtet, konnte die Prostata-Bestrahlung die Überlebensdauer zwar nicht verbessern, aber in der Subgruppe mit geringerer Metastasierung betrug die Überlebensrate bei den zusätzlich bestrahlten Patienten nach drei Jahren 81 % gegenüber 73 % bei denen, die nur medikamentös behandelt worden waren. Unter den Patienten mit hoher Metastasen-Last lagen diese Zahlen im gleichen Zeitraum dagegen bei 53 % und 54 %. Sie profitierten nicht von der lokalen Strahlentherapie, so Dr. Chris Parker. Der Hauptautor der Phase-III-Studie und klinische Onkologe vom Institut für Krebsforschung des Royal Marsden NHS Foundation Trust in Sutton (Großbritannien) definiert vier und mehr Knochenmetastasen mit mindestens einer außerhalb des axialen Skeletts und/oder viszeralen Metastasen als hohe Last.
Auf Basis der bisherigen Studienergebnisse fordert der Wissenschaftler: „Die Bestrahlung der Prostata sollte - in Ergänzung zur medikamentösen Therapie - für PCa-Patienten mit niedriger Metastasen-Last zur Standard-Option werden.“ Die Technik sei einfach, verbreitet und relativ günstig zu implementieren. Dr. Parker hält die Ergebnisse gleichermaßen relevant für Männer mit Prostatakrebs und positiven Becken-Lymphknoten (N1M0), jedoch ohne Metastasen.
So wie bereits zum Lungenkrebs sollte nach Ansicht der britischen Forschergruppe bei weiteren fortgeschrittenen Tumorerkrankungen in Studien geprüft werden, inwieweit sich – abhängig von der Ausdehnung der Metastasierung - die Prognose durch eine lokale Bestrahlung des Primärtumors verbessern lässt.

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