Autor: |Veröffentlicht am 30. September 2016|Aktualisiert am 03. August 2017

Aktuelles vom 68. Urologen-Kongress in Leipzig

Leipzig, 30.09.2016. Ob PSA-gestützte Früherkennung, Leitlinien oder Personalien: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) startete ihre 68. Jahrestagung, die vom 28. September bis 1. Oktober 2016 im Congress Center Leipzig (CCL) stattfindet mit einer Reihe von Neuigkeiten.
Im Eröffnungsplenum bot DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Kurt Miller gestern eine Runde prominenter Gäste aus dem Gesundheitswesen auf, darunter der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken, die über das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Qualität in der Medizin diskutierten.
Auf der gestrigen Eröffnungs-Pressekonferenz sprach sich die DGU erneut für einen leitlinienkonformen Einsatz des PSA-Testes auf der Grundlage einer informierten Patientenentscheidung zur Früherkennung von Prostatakrebs aus. Aufgrund der neuen Datenlage bedürfe es vor allem in der Öffentlichkeit einer Revision des Negativ-Images des Testes, so Prof. Dr. Oliver Hakenberg. „Noch in diesem Jahr wird es einen Antrag beim G-BA geben, den PSA-Test als GKV-Leistung anzubieten“, sagte der DGU-Generalsekretär. Eine hohe Gesamtzufriedenheit und kontinuierlich steigende Nutzerzahlen attestierte PD Dr. Dr. Johannes Huber aus der Leitungsgruppe der PatientenAkademie der Deutschen Urologen der neuen internetbasierten „Entscheidungshilfe Prostatakrebs“. Über die Etablierung der robotor-assistierten Nierenlebendtransplantation und den endgültigen Entwurf einer Lebendspenderichtlinie berichtete der 2. Vizepräsident der DGU, Prof. Dr. med. Paolo Fornara. Letztere werde eine eklatante Lücke schließen, da Deutschland europaweit das einzige Land sei, das bisher über keine Richtlinie bei der Lebendspende verfüge.
Pünktlich zum Kongress wird auch die neue S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms“ publiziert. Einblicke gibt die Fachgesellschaft am heutigen Tag in einem Vortragsforum und in einer gemeinsamen Pressemitteilung von DGU und Deutscher Krebsgesellschaft. Druckfrisch präsentiert wird auf dem DGU-Kongress die erwartete Patientenleitlinie zur 2015 veröffentlichten ärztlichen S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms“.
Von der gestrigen DGU-Mitgliederversammlung sind aufgrund turnusgemäßer Neu-Wahlen einige Personalien zu vermelden: Als 2. Vizepräsident für die Amtsperiode 2016/2017 und damit als 1. Vizepräsident für die Amtsperiode 2017/2018 und nachfolgend als Präsident für die Amtsperiode 2018/2019 wurde Prof. Dr. Oliver Hakenberg, Rostock, gewählt. Seine Nachfolge im Amt des DGU-Generalsekretärs tritt Prof. Dr. Maurice Stephan Michel, Mannheim, an. Schatzmeister PD Dr. Jan Lehmann, Kiel, wurde in seinem Amt für weitere zwei Jahre bestätigt, ebenso wie Prof. Dr. Jan Roigas, Berlin, im Vorstandsressort Wissenschaft und Praxis. Die Nachfolge von Prof. Dr. Axel Haferkamp, Mainz, im Vorstandsressort Fort- und Weiterbildung tritt Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm, Jena, an. Aufgrund einer Änderung der DGU-Satzung wurde der Vorstand um ein Mitglied aus dem Kreise der niedergelassenen Urologen erweitert und Dr. Thomas Speck, Berlin, in das Gremium gewählt.

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