Autor: Pressestelle DGU/BDU|Veröffentlicht am 03. August 2016|Aktualisiert am 06. April 2017

67. DGU-Kongress–Nachlese 2015

Urologie von A bis Z

Hamburg, 15.10.2015. Er war angetreten, um die Vielfalt der Urologie nach außen zu tragen. Genau das ist Prof. Dr. Stephan Roth in seiner Amtszeit als DGU-Präsident gelungen, und ebendiese Mannigfaltigkeit ihres Faches haben die rund 7200 Besucher des 67. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 23. bis 26. September 2015 im Congress Center Hamburg (CCH) hautnah erlebt. Keineswegs hat der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Helios Klinikum in Wuppertal die Urologie neu definiert, aber er hat die urologische Expertise zwischen „A“ wie Andrologie und „Z“ wie Zirkumzision öffentlich benannt und transportiert. Allem voran das „F“ wie funktionelle urologische Erkrankungen der Frau und das „K“ wie Kinderurologie.

Zur weltweit drittgrößten urologischen Fachtagung strömten Gäste aus sage und schreibe 39 Nationen in die Metropole Hamburg und lernten im CCH mottogemäß „Urologie umfasst mehr.“ Jede Menge Input und Freude an der persönlichen Begegnung etwa mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA, Saudi-Arabien, Japan, Schweden, Griechenland oder Ungarn gab es überdies. „L“ wie locker trifft sowohl die Stimmung an der Elbe als auch den Kongress-Präsidenten, der unangestrengt und voller sichtlicher Freude seinen präsidialen Pflichten nachkam. Dass er im kleinen Kreise humorvoll über Pleiten, Pech und Pannen seiner Präsidentschaft plauderte, zeigte Größe. Den Meister der Mitarbeiter-Motivation hatte Prof. Roth schon im Vorfeld des Kongresses gegeben, sodass sein Team aus der DGU und aus Wuppertal, Veranstalter Interplan und viele andere zu Spitzenleistungen aufliefen und in Hamburg eine perfekt organisierte Großveranstaltung ihren Gang nahm.

Bereits für das „Warm-up“ am Mittwoch gab es ob der zahlreichen interessanten Sitzungen in einer Vor-Ort-Umfrage der DGU-Pressestelle viele lobende O-Töne der Teilnehmer. Der Eröffnungsabend führte die urologische Gemeinde, wie könnte es anders sein, direkt an den Strom - genauer gesagt ins Blockbräu an den Landungsbrücken, wo Prof. Roth mit einem herzlichen Willkommen aufwartete und einem Tenor, der unprätentiös, aber mit eindrucksvoller Stimme begeisterte.

„7 plus 1 Thesen“ zur Zukunft der Urologie formulierte der DGU-Präsident in seiner Rede im Eröffnungsplenum und hob dabei auf den Erhalt der umfassenden Urologie und einer umfänglichen operativen Ausbildung sowie auf die Stärkung der klinischen Forschung und vor allem von Kooperationen zwischen Klinik und Praxis ab.

Schlag auf Schlag folgten am Kongress-Donnerstag, dem bekannten „Hauptkampftag“ eines jeden DGU-Kongresses, Vortragssitzungen und Satelitensymposien, zum Teil mit mehr als 500 Teilnehmern, zahlreiche Foren und natürlich die DGU-Eröffnungspressekonferenz, auf der DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch drei druckfrische Ratgeber zur Kinderurologie präsentierte.

Auch die DGU-Neuerscheinung „Urologie 1945 -1990: Entwicklung und Vernetzung der Medizin in beiden deutschen Staaten“ wurde der Presse, pünktlich zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit, vorgestellt und erfolgreich als dpa-Meldung verbreitet. Der BDU-Appell für eine HPV-Impfung der Jungen füllte tags drauf eine Seite des renommierten Hamburger Abendblattes. Direkt im Anschluss baten DGU und Deutsche Krebshilfe zur gemeinsamen Pressekonferenz und thematisierten, unter der Moderation von DGU-Generalssekretär Prof. Hakenberg, vor vollem Haus die Studien PROBASE und PREFERE: auf dem Podium die jeweiligen Studienleitungen und Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Krebshilfe.

Apropos Presse: Dass unter den bemerkenswerten 170!! rechtschaffenen Journalisten, die sich in der Medienstadt Hamburg akkreditiert hatten auch zwei ungebetene Gäste Einlass gefunden hatten und durch ihr ungebührliches Auftreten hinter den Kulissen für Aufregung gesorgt hatten, war ein Novum in der Kongress-Geschichte – inklusive ihres krimireifen Abgangs über die Dächer des CCH.

Zum Abschluss des Kongress-Donnerstags informierten sich die Besucher auf dem traditionellen Patientenforum, das von der PatientenAkademie der Deutschen Urologen organisiert und mit tollen Vorträgen über Harnsteinerkrankungen, Blasenschwäche und Prävention von Krebserkrankungen ausgerichtet wurde. Nachzuhören sind die Beiträge nun erstmals in einem Mitschnitt, der auf dem Urologenportal für jedermann zugänglich ist.

Neue Berufsbilder, Zusatzweiterbildungen und vor allem die ambulante Weiterbildung dominierten das diskussionsfreudige DGU/ BDU-Forum „Zukunftsperspektiven zwischen Klinik und Praxis“ am Freitagmorgen, in dem es beim Thema Frauen in der Urologie durchaus lebhaft zuging. Nachricht des Tages war zweifellos die Veröffentlichung der S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom, die in einer entsprechenden Pressemitteilung vom Kongress an die Presse ging. Derweil hatte Babypuppe Fin ihren ersten Auftritt als Hodenhochstand-Patient auf dem Schüleraktionstag „Werde Urologe/Urologin für einen Tag“, auf dem diesmal über 100 Hamburger OberstufenschülerInnen Medizinstudium und Facharztausbildung zum Urologen samt Praxiskurs im Schnelldurchgang absolvierten - Dr. Nicola von Ostau und einem engagiertem GeSRU-Team sei Dank. Zum Abschluss gab’s Selfies im Arztkittel.

Eine weitere Nachricht vom Freitag galt dem „Medienpreis Urologie“, den die DGU 2015 zum zweiten Mal vergab: Verdienter Preisträger ist der Hamburger Regisseur und Autor Alexander Czogalla. Ausgezeichnet wurde seine NDR TV-Reportage „Impotenz – die Angst der Männer“.

Das gute alte CCH sammelte bei seinen letzten Gästen vor dem Umbau übrigens noch einmal Bestnoten: Die zentrale Lage und kurze Wege fanden viel Lob. Das galt explizit und wiederholt der Industrieausstellung, die in der Tat angenehm weitläufig gestaltet und überraschend gut temperiert, beachtlichen 180 Ausstellern die Möglichkeit zur Präsentation bot. Volle Säle auf dem mit 1265 Teilnehmern extrem gut besuchten Pflegekongress runden die guten Nachrichten vom 67. DGU-Kongress ab.

APP, TED und Co. haben sich dort übrigens erneut bewährt: „DGU 2015“ fand mehr als 2000 User und das neue Quiz in der APP guten Zuspruch und drei glückliche Gewinner. Neue Medien waren in Hamburg zum zweiten Mal in einem Forum präsent, und auch die steigende Zahl von Kongress-Tweets zeugen vom modernen Kurs der DGU. Fortgesetzte Nachhaltigkeit bei der Kongressadministration und Kongresstaschen im ökologisch korrekten Filz-Design bestätigten selbigen.

Ihrem sozialen Engagement blieben die Urologen in Hamburg ebenfalls treu: Mit den Ärzten für Afrika, der Kinder-Uni in Wuppertal und der Til Schweiger Foundation, die sich für die Flüchtlingshilfe einsetzt, unterstützte die Fachgesellschaft in diesem Jahr gleich drei Benefiz-Projekte. Sportlich waren die Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie natürlich auch wieder unterwegs: Zwei gut besuchte Laufstrecken um die Alster hielten Urologinnen und Urologen jenseits wissenschaftlicher Leistungen körperlich auf Trab.

Absolute Fitness bewies nicht zuletzt auch unser langjähriger Fotograf, Bertram Solcher, der während des Kongresses mit 42, per Schrittzähler dokumentierten, Kilometern einen veritablen Marathon absolvierte. Mithalten konnte da wahrscheinlich nur Tanja Langmesser, die für Kongressveranstalter Interplan erneut einen unumstritten tollen Job machte.

S“ wie stimmungsvoll, später laut und bekannt tanzfreudig begingen die Kongressbesucher schließlich einen gelungenen DGU-Abend in der unvergleichlichen Kulisse der Hamburger Fischauktionshalle. Mit Seifenblasen-Fantasien und hämmernden Beats sorgte Präsident Roth für ein abwechslungsreiches Fest bis tief in die Nacht.

Dessen ungeachtet war das morgendliche Forum zur Jungensprechstunde am Samstag sehr gut besucht und offenbarte, dass sich schon sehr viele Urologinnen und Urologen in der Praxis für dieses neue Angebot stark machen, bereits in Schulen aktiv sind und in der Jungensprechstunde beim Urologen sowohl einen überfälligen Beitrag zur Jungen-, respektive der Männergesundheit als auch ein effektives Instrument für das Praxismarketing sehen.

Letzte medizinische Top-Nachrichten nahmen gut 500 Besucher des Abschlussforums mit auf den Weg, bevor Prof. Dr. Stephan Roth zur traditionellen Amtsübergabe schritt – „natürlich nicht ohne Becher“, wie der scheidende Präsident richtig erkannte, als er die Insignien der Macht übergab. Das konnte er leichten Herzens tun, denn er hat im Laufe seines Amtsjahres kräftig am Bild des Urologen als reinem Männerarzt gerüttelt und damit im ABC der Urologie auch das „M“ bedient und seine Mission erfüllt.

Mit den präsidialen Symbolen übernahm Prof. Dr. med. Kurt Miller die DGU- und Kongresspräsidentschaft für die Amtsperiode 2015/ 2016. Auf der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 28. September bis 1. Oktober 2016 in Leipzig wird der Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik, Charité - Universitätsmedizin Berlin, das wachsende Dilemma der Medizin zwischen Ökonomie und Qualität thematisieren. Der Weg nach Leipzig führt, nach Worten von Prof. Miller, über das Internet, Facebook und Twitter. Urologinnen und Urologen werden ihn sicher zahlreich auf dieser Reise begleiten.

Text: Sabine Martina Glimm

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