Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 21. November 2013|Aktualisiert am 06. April 2017

Pflegereform: Urologen schlagen Verbesserungen für die Patienten vor

Neue Versorgungsmodelle müssen her

Berlin. Die Koalitionsverhandlungen nähern sich ihrem Ende, und zu wichtigen Themen besonders in den Bereichen Gesundheit und Pflege deutet vieles auf Universalbeschlüsse kleinsten Nenners der Parteispitzen hin. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) appelliert an Union und SPD, die Bedürfnisse von Kranken und Pflegebedürftigen im Blick zu behalten. Die gesundheitliche Versorgung müsse von verbindlichen und nicht durch Finanzierungsvorbehalte limitierten Eckpunkten zukunftssicher gewährleistet sein.

„Altersassoziierte Erkrankungen, aber auch die stetig zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen machen neue Versorgungsmodelle unerlässlich, um den bestehenden Versorgungsdefiziten in ambulanter und stationärer Pflege entgegenzutreten. Dazu haben wir konkrete Vorschläge für eine verbesserte urologische Versorgung direkt in Pflegeheimen, um Versorgungsdefizite auszugleichen, aber auch Kosten für unnötige Krankentransporte und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Dadurch könnten die Krankenkassen viel Geld sparen“, sagt BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder. Dafür fordern die Urologen von der Politik, die Anreize für neuartige Kollektiv- und auch Selektivverträge mit den Kostenträgern zu verbessern.

Für eine Pflegereform erkennt der BDU-Präsident in dem bisherigen Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz bereits Ansätze auch für die Verbesserung der Praxis einer urologischen Heimversorgung. „Solange Hausbesuche von Urologen in Pflegeheimen aber weiter im Regelleistungsvolumen abgedeckt sind, wird sich die Situation nicht verändern. Dafür sind Anpassungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), Einzelleistungen (extrabudgetäre und auch innovative) sowie selektive Einzelverträge notwendig. Die Delegation ist im EBM noch unzureichend berücksichtigt“, so Dr. Schroeder. Der Urologe aus Neumünster unterstreicht, dass bereits heute rund 70 Prozent der pflegebedürftigen, oft demenzerkrankten Menschen in Deutschland harninkontinent seien und einer andauernden urologischen Versorgung bedürften. Aber statt die Bedingungen für Hausbesuche zu verbessern, müssten immer und viel zu häufig pflegebedürftige Patienten die Belastung und den Aufwand auf sich nehmen, Praxis oder Klinik aufzusuchen. Die Fachärzte für Urologie beteiligen sich gern an der Entwicklung und Umsetzung von notwendigen neuen Versorgungsmodellen im Sinne einer qualifizierten Patientenversorgung.

Ein weiteres häufiges Problem sind Mängel in der Katheter-Versorgung, die immer wieder Krankenhausaufenthalte und damit auch Krankentransporte von urologischen Heimpatienten notwendig machen. Hier schlägt der BDU eine Delegation der Aufgaben an Praxispersonal und/oder Heimpersonal vor, und bietet gern entsprechende Schulungen durch Urologen an. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit den Trägern der Heime angestrebt. Auch dadurch ließen sich immense Kosten für die Krankenkassen sparen. Erste Gespräche/ Verhandlungen sind mit den Kassen, insbesondere mit Pflegeverbänden aufgenommen. Hilfreich wären aber weiter entsprechende gesetzliche Vorgaben im Rahmen einer Neuordnung des Pflegegesetzes.

Vor diesem Hintergrund appelliert BDU-Präsident Dr. Schroeder an alle beteiligten Akteure, in einer Koalitionsvereinbarung verbindlich und eindeutig dafür Sorge zu tragen, dass die Pflege reformiert sowie Leistungs- und Strukturqualität der urologischen Versorgung in den Heimen durch Selektivverträge optimiert werden können.

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