Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 17. Januar 2007|Aktualisiert am 06. April 2017

Simone Maier ist neue Landesvorsitzende des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. in Baden-Württemberg

Dr. med. Simone Maier

Erstmals eine Frau an der Spitze

Reutlingen, 17.01.2007. „Ich freue mich über meine neue Aufgabe und hoffe auf gute Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort und mit dem Präsidium“, sagt Dr. Simone Maier, kürzlich gewählte Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. in Baden-Württemberg und erste Frau in dieser Position. Ihr Erfolg hat gute Gründe. Die 41-jährige niedergelassene Urologin aus Reutlingen ist seit einigen Jahren in der Berufspolitik aktiv. „Als ich mich 2003 niederließ, gründete ich den Reutlinger Urologenzirkel, der sich seitdem vier Mal im Jahr trifft. Meist kommen

15 bis 20 Kollegen aus der Region, die den berufspolitischen Austausch suchen und ihr Vorgehen untereinander koordinieren. Dadurch war ich schon vor meiner Kandidatur bekannt, was mir die Wahl sicher erleichtert hat“, so Dr. Maier im Interview mit der gemeinsamen Pressestelle von DGU und Berufsverband.

Als Amts-Nachfolgerin des hochverdienten und dienstältesten Landesvorsitzenden, Dr. Bernd-Martin Richter, steht Maiers Wahl zweifelsohne für einen Generationswechsel: „Angesichts der Situation im Gesundheitswesen müssen wir jetzt anfangen, uns zu wehren. Das ist besonders im Interesse der jüngeren Kollegen notwendig, die auch zukünftig einen sicheren Platz im System brauchen und deshalb ist es an der Zeit, diese Generation ins Boot zu lassen.“ Ihre Ziele formuliert Simone Maier ohne zu zögern. „Wir müssen uns auf unsere Kernkompetenzen besinnen. Die Urologie ist mehr als die Behandlung der Prostata. Operieren können auch die Niedergelassenen; Onkologie, Kinderurologie und der ganzheitliche Blick auf den Mann von Ernährung, über Potenz und Fertilität bis hin zur Vorsorge – das alles haben wir in den letzten Jahren, zum Teil selbstverschuldet, an die Hausärzte, Gynäkologen und Onkologen verloren. Hier gilt es, gegenzusteuern; die Kollegen verstärkt zu Fort- und Weiterbildungen zu mobilisieren. Wir sind zwar nur eine kleine Facharztgruppe, aber mit einem extrem breiten Gebiet und dürfen uns nicht wegrationalisieren lassen“. Überregionale Zusammenschlüsse, wie die neue Berufsordnung sie zulasse, und Kooperationen seien da probate Mittel. „Einzelpraxen werden langfristig nur in ländlichen Regionen Bestand haben“, sagt Maier, die einen Verbund nicht als Repressalie, sondern aus eigener Erfahrung auch als Rückhalt und Chance bewertet. Seit 2004 betreibt sie, neben der eigenen Reutlinger Gemeinschaftspraxis mit Ehemann Dr. Martin Löffler, gemeinsam mit chirurgischen Kollegen ein angeschlossenes, fachübergreifendes OP-Zentrum.

Maiers Wahlerfolg ist indes mehr als ein Generationswechsel. Mit Simone Maier steht erstmals in der Geschichte des Berufsverbandes eine Frau an der Spitze eines Landesverbandes. „Natürlich ist die Urologie noch immer eine Männer-Domäne und man muss als Frau 150 Prozent Leistung zeigen und sich durchbeißen. Aber das Schöne ist, dass man auf dem großen Gebiet der Urologie immer eine Nische finden kann“, sagt die Landesvorsitzende, die in Ulm studiert hat und die gesamte Ausbildung bis hin zur speziellen operativen Urologie bei Professor Hautmann absolvierte und schließlich die dortige Andrologie mit aufbaute. Als Niedergelassene hat sie ihre Nische gefunden: Neben der operativen Tätigkeit ist das die Komplementärmedizin, im Besonderen die Akupunktur. Mehr als ein bisschen Handwerkern, Basteln und Lesen „und zwar jenseits der Fachliteratur“ sei in der knappen Freizeit nicht drin, räumt Simone Maier mit Blick auf ihr Privatleben ein. Die eigene Persönlichkeit und Weiblichkeit werde sie bei allem Ehrgeiz als Urologin und Standespolitikerin aber nicht opfern.

Mit Blick auf „den Generations- und Paradigmenwechsel im Bundespräsidium“ sieht sie große Chancen, enger zusammenzuarbeiten, gemeinsam neue Wege zu gehen, schnell agieren und reagieren zu können. „Zu unseren gemeinsamen Aufgaben zähle ich die politische und juristische Beratung unserer Mitglieder, aber auch das Bestreben, die Kräfte überregionaler Gruppendynamik zu bündeln und zu nutzen, denn nur der Schulterschluss wird uns als Facharztgruppe zukünftig am Leben erhalten.“

Ihr Wunsch an den Präsidenten des Berufsverbandes, Dr. Martin Bloch, lautet daher, kein Klüngeltum entstehen zu lassen und offen und aktiv miteinander zu arbeiten. „Ein umfassender E-Mail-Verteiler, am besten über den geschlossenen Bereich des Urologenportals zugänglich, wäre da schon ein erster Schritt zur besseren internen Kommunikation“, meint Simone Maier und baut diesbezüglich auf die Unterstützung ihres BDU-Präsidenten. Von den Verbandsmitgliedern erhofft sich die 41-Jährige eigene Aktivität und den Elan, Interessengemeinschaften zu bilden, „denn Vorstand und Vorsitzende können immer nur so gut sein, wie die Gemeinschaft hinter ihnen“.

Der Mann hinter dieser erfolgreichen Frau, „ist ja zum Glück auch Urologe und unterstützt mich sehr“. Kritisch bleibt er dennoch. „Natürlich müssen wir uns berufspolitisch engagieren, aber warum musst du das machen?“, zitiert sie den Partner - spontan, offen und unkompliziert. Eigenschaften, die die neue baden-württembergische Landesvorsitzende augenfällig auszeichnen und sie zur Sympathieträgerin machen - eine, die in der Sache kompetent und voller Engagement ist und uns im Laufe ihrer Amtszeit sicher noch Anlass für weitere Interviews geben wird….

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