Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 03. Dezember 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

WM-Tipps der Urologen

Medizin/Infektiologie

Safer Sex im Fußballfieber

Düsseldorf, 26.04.2006
Deutschland hat die Welt zu Gast: Zur Fußball-Weltmeisterschaft vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 werden rund 3,5 Millionen Besucher, davon 1,5 Millionen Touristen aus dem Ausland erwartet. Sportlicher Ausnahmezustand, steigendes Stimmungsbarometer – und ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten sind programmiert. „Vor diesem Hintergrund weist die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf die Gefahren von Infektionskrankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr hin“, sagt die Pressesprecherin der medizinischen Fachgesellschaft, Professor Dr. Margit Fisch.

„Neben den bekannten Geschlechtskrankheiten wie AIDS, Tripper und Syphilis (Lues) muss man in diesem Zusammenhang unter anderem auch an Chlamydienbakterien und infektiöse Gelbsucht (Hepatitis B) denken, die ebenfalls durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können“, so PD Dr. Winfried Vahlensieck, Vorsitzender des Arbeitskreises Infektiologie der deutschen Urologen.

Vor allem das Risiko einer HIV-Infektion wird in Deutschland ganz offenbar unterschätzt. Die Fakten sind alarmierend: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die geschätzte Zahl der Neuinfektionen in Deutschland von ca. 2000 in den vergangenen Jahren auf ca. 2600 im Jahr 2005 angestiegen. Das bedeutet eine Zunahme um 30 Prozent. Ein erschreckender Beweis dafür, dass die unheilbare Infektionskrankheit aus der öffentlichen und persönlichen Wahrnehmung verdrängt wird und der Schutz vor einer Infektion nicht ernst genug genommen wird. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat deshalb Anfang des Jahres eine neue Aufklärungskampagne gestartet.

Wenige Wochen vor der Fußballweltmeisterschaft lautet die WM-Devise der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. daher: Safer-Sex statt Eigentor! „Bei sachgerechtem Gebrauch eines Kondoms wird sowohl AIDS als auch den anderen Geschlechtskrankheiten vorgebeugt“, sagt Dr. Vahlensieck.

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DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Tel.: (040) 79 14 05 60
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