Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 15. Dezember 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

Patientenbeauftragte: Männergesundheit

21. Juni 2004

Kühn-Mengel will Urologen-Anliegen unterstützen

Ein besonderes Augenmerk gilt den Prostata-Erkrankungen

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, will das Gesundheitsbewusstsein der Männer mit gezieltem Engagement stärken. „Unter dem geschlechtsspezifischen Aspekt ist es genauso wichtig, dass wir uns auch um eine bessere Versorgung und Aufklärung im Bereich der Prostata-Erkrankungen und des Prostatakrebses kümmern. Ich glaube, dass mit diesen Erkrankungen viel Leid verbunden ist und die Lebensqualität zum Teil erheblich vermindert wird. Vor allem deshalb ist mir eine verstärkte Aufklärung besonders wichtig“, erklärte die Diplompsychologin in einem Gespräch mit der Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und des Berufsverbands der Deutschen Urologen (BDU).

Kühn-Mengel will sich dafür einsetzen, dass endlich das umstrittene Thema PSA-Screening geklärt wird: „Sobald das mit der Gesundheitsreform ins Leben gerufene Institut zur Qualitätssicherung handlungsfähig ist, werde ich mich dafür stark machen, dass das Institut mit der PSA-Frage beauftragt wird. Seine Aufgabe wird es dann sein, internationale Erkenntnisse und Standards zu sammeln, um Leitlinien und Empfehlungen auszusprechen. Ohne diese wissenschaftliche Evidenz kann man ein solches Verfahren nicht implizieren.“ Das Institut werde voraussichtlich noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen, so die Patientenbeauftragte.

“Die Männer brauchen im Sinne von Aufklärung Unterstützung, deshalb würde ich in jedem Fall Kampagnen begleiten oder anregen, in denen es um Vorsorge-Methoden geht, deren Nutzen nachgewiesen ist.“ Nicht nur die Stärkung von Gesundheitsförderung und Prävention sei wichtig, sondern auch „Interdisziplinarität und Transparenz in Versorgungsabläufen herzustellen“, so Kühn-Mengel.

Viele Patienten würden sich bei der Patientenbeauftragten auch über die Herausnahme nichtverschreibungspflichtiger Medikamente aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen beklagen; oftmals bezogen auf die so genannte benigne Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse). Deshalb sehe sie sich veranlasst, sich jetzt besonders intensiv mit dieser Thematik auseinander zu setzen. „Das, was mir die erkrankten Patienten vortragen, macht mich sehr betroffen und hat mich davon überzeugt, dass es sich hier durchaus um eine schwerwiegende Erkrankung handelt. Wenn ich, wie in diesem Fall den Eindruck habe, dass die Lebensqualität von Menschen bedroht ist, dann setze ich mich für ein bestimmtes Medikament oder einen Wirkstoff ein, indem ich dem gemeinsamen Bundesausschuss schreibe oder mit den Patientenvertretungen spreche. Das soll nicht heißen, dass ich mich zum Fürsprecher für jedes Medikament mache, das Patienten an mich herantragen“, stellt Kühn-Mengel klar, „doch ich glaube, dass in der Arzneimittelrichtlinie doch noch einiges irrational ist.“

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