Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 10. Dezember 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Urologische Tumorerkrankungen: BDU macht sich für Forschung zur Interdisziplinarität stark

Kooperation von Fachärzten erstmals im Studien-Fokus

Düsseldorf, 15.03.2012. Wenn schwierige medizinische Entscheidungen anstehen, wird allgemein das enge Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen vorausgesetzt: Doch erwartete und tatsächliche Interdisziplinarität liegen häufig weit auseinander. Für den Bereich urologischer Tumorerkrankungen soll jetzt erstmals die Zusammenarbeit von Urologen und Onkologen wissenschaftlich untersucht werden. Die Studie „Interdisziplinäre Behandlung urologischer Tumoren“ (IBuTu) ist dafür gemeinsam vom Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU), der Stiftung Männergesundheit, dem Bundesverband niedergelassener Hämatologen und Onkologen (BNHO) sowie dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) initiiert worden.

Bisherige Studien beziehen sich auf die Zusammenarbeit von Hausärzten und Fachärzten, nicht jedoch auf die interdisziplinäre Kooperation von Fachärzten untereinander. „Wo das Organfach Urologie und andere Fachdisziplinen sich berühren, um indivduelle Fälle zu lösen, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Regel ausreichend etabliert - wie etwa zur Radioonkologie. Schwieriger ist es zwischen Urologen und internistischen Onkologen“, sagt BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder. Die Studie solle dazu beitragen, hier durch klare Erkenntnisse Hebel zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung zu finden.

Bereits heute zielen die Onkologievereinbarungen auf eine Stärkung der urologischen Kompetenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten. Das gleiche fordern auch Patienten-Selbsthilfegruppen. Hier setzt die IBuTu-Studie an, die in Kooperation mit der Berlin School of Public Health an der Charité durchgeführt wird. Die Leiterin des Forschungsprojektes, Dr. Christine Holmberg, sieht für eine funktionierende Interdisziplinarität eine Reihe von Hürden, die durch die Studie zunächst eindeutig benannt werden sollten, bevor sie dann auch gemeistert werden müssten.

Die multizentrische Studie besteht aus drei Teilprojekten: Per Fragebogen wird zunächst bei allen vom BDU erfassten niedergelassenen Urologen ihre Erfahrung zu Quantität und Intensität der Kooperation mit Onkologen oder onkologisch-qualifizierten Kollegen erhoben. Dadurch soll bundesweit die generelle Kooperationsbereitschaft erfasst werden. Im zweiten Teilprojekt werden in 20 existierenden Partnerschaften von Urologen und Onkologen qualitative Interviews durchgeführt, um die Faktoren zu identifizieren, die die Kooperation zwischen Fachärzten untereinander beeinflussen - positiv wie negativ.

Voraussichtlich im Oktober 2012 werden für das dritte Teilprojekt die ersten Studienärzte rekrutiert: Es soll untersucht werden, ob eine Korrelation zwischen dem geriatrischen Status und der Behandlung bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren besteht. So ist etwa bei der Therapie des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms bekannt, dass die Indikation einer Chemotherapie bei älteren Patienten deren Multimorbidität, Mobilität und kognitive Fähigkeiten berücksichtigen sollte.

Der BDU appelliert an alle niedergelassenen Urologen, die IBuTu-Studie zu unterstützen, um interdisziplinäre Faktoren einer optimalen Versorgung von Patienten mit urologischen Tumoren sowie strukturelle Schwachstellen aufzuzeigen. Dadurch werde eine Verbesserung der Patientenversorgung ermöglicht und letztlich auch die künftige Behandlungskompetenz der Urologie gesichert.

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