Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 18. Januar 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Große Bühne für die Urologische Onkologie

Professor Dr. Peter Albers, Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf, unter anderem im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO) und Präsident des 30. Deutschen Krebskongresses.

Im Gespräch mit Professor Dr. Peter Albers

Wenn am 22. Februar 2012 der 30. Deutsche Krebskongress in Berlin seine Tore öffnet, wird mit Professor Dr. Peter Albers ein Urologe an der Spitze des nach dem ASCO mit rund 10 000 Besuchern weltweit zweitgrößten interdisziplinären Krebskongresses stehen. „Für unser Fach sehe ich darin die große Chance, in der breiten Öffentlichkeit als onkologische Disziplin wahrgenommen zu werden“, sagt der Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf. Als Kongresspräsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist er zwar vorübergehend zeitlich stark gefordert, doch den Schwerpunkt seiner Arbeit bilden seine Klinik und klinische Forschungen vor allem zum Hodentumor und zum Blasenkrebs.

Klinische Forschung war und ist das Hauptanliegen des erst 48-jährigen Repräsentanten der Urologie, der schon im Studium sein Interesse für das stark diversifizierte Fach entdeckte und seine Laufbahn in Mainz startete. „Anwenderorientierte Grundlagenforschung während eines Aufenthalts in Amerika und eine erste große klinische Studie zu Beginn meiner Zeit in Bonn überzeugten mich, möglichst viele Patienten in Studien zu betreuen.“ Es folgten zahlreiche und mit wachsender Expertise Mitte der 1990er Jahre auch der Ruf in die Gremien, und zwar in den DGU-Arbeitskreis Onkologie und die Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO). Sechs Jahre hat er die AUO geleitet, bis ihm 2010 die DKG das hochrangige Amt des Kongresspräsidenten antrug. „Das war eher ein Zufall, weil ein Vertreter eines kleinen operativen Faches gesucht wurde“, so der bescheidene O-Ton. Mit dem Amt will Professor Albers ein Zeichen setzen. „Wenn unser kleines Fach den Präsidenten stellt, wird deutlich, dass die Urologie in Deutschland eine andere Rolle spielt als in den USA oder in England - dass wir nicht nur onkologische Patienten operieren, sondern auch medikamentöse Tumortherapien durchführen. Diese enorme Expertise auf einem interdisziplinären Kongress darstellen zu können, ist angesichts der politischen Debatte, wer in Zukunft die onkologische Versorgung in Deutschland wahrnimmt, nicht unbedeutend für die Urologie.“

Mit der präferenzbasierten randomisierten Studie beim Niedrigrisiko-Prostatakarzinom liegt dem stellvertretenden deutschen Studienleiter ein weiteres Großprojekt am Herzen. „Sie ist einzigartig, weil sie die erste deutschlandweit durchgeführte Studie ist, die von öffentlichen Geldgebern in Verbindung mit den Krankenkassen getragen wird, und weil sie uns in vier Behandlungsarmen unter Integration der aktiven Überwachungsstrategie erheblichen Erkenntnisfortschritt bringen wird, der von internationalem Interesse ist.“ Ihr Gelingen hänge wesentlich von ihrer erfolgreichen Bekanntmachung und einer guten Aufklärung der Patienten ab. Vom Vorteil für den Patienten ist der Urologe überzeugt: „Die Patienten profitieren in aller Breite von absolut qualitätsgesicherter Diagnostik, Stichwort Referenzpathologie, systematischer Stanzbiopsie und der exakten Einhaltung der in den Leitlinien formulierten Parameter für die Integration der einzelnen Therapieoptionen. Selbst wenn ein Patient sich nicht randomisieren lässt, oder nur für einen Teilbereich der Studie zustimmt, ist er optimal diagnostiziert und sicher in dem, was wir an Befunden haben. Studienteilnehmer bekommen die Therapie, die auf sie passt. Jegliche sekundäre Motive, zu operieren oder nicht, sind vollkommen ausgeschaltet, Zuweiserpauschalen oder Verbünde spielen keine Rolle. Wenn unsere Patienten das verstehen und deren Verbände es entsprechend unterstützen, wird die Studie ein Erfolg werden“.

Die Förderung der industrieunabhängigen Forschung in Deutschland fordert Professor Albers auch als Präsident des 30. Deutschen Krebskongresses. „Uns fehlt eine zentrale Forschungsförderung in der Onkologie, um der dominanten Industrieförderung entgegentreten und klinischen Fragestellungen nachgehen zu können.“ Qualitätssicherung durch veränderte Versorgungsstrukturen in der Onkologie sowie die umfassende Betreuung Langzeitüberlebender einer Krebserkrankung sind weitere Schwerpunkte des nächsten Krebskongresses unter dem Motto „Qualität sichern – Forschung einfordern und fördern“ unter dem Vorsitz von Professor Albers. Dass dessen aktuelle Arbeitszeiten weder seine Frau noch seine beiden Töchter begeistern, ist verständlich, doch „ein zeitlich begrenzter Zustand, und mit Tennis und Joggen sind zum Glück noch ein paar Hobbys übriggeblieben“.

14.07.2011

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