Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 18. Januar 2012|Aktualisiert am 06. April 2017

Ehemaliger DGU-Präsident Prof. Dr. Weidner koordiniert Forschung zur männlichen Infertilität

Weitere Förderung für Klinische Forschergruppe zu männlicher Unfruchtbarkeit

Düsseldorf, 21.07.2011 - Die Erforschung der männlichen Unfruchtbarkeit und ihrer Ursachen steht im Fokus der Klinischen Forschergruppe (KFO) 181, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird. Der Sprecher der Klinischen Forschergruppe, Prof. Dr. Wolfgang Weidner, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), konnte sich jetzt über gute Nachrichten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft freuen. Die DFG fördert die 2008 an der Justus-Liebig-Universität Gießen eingerichtete KFO 181, die an dem Thema „Mechanisms of male factor infertility“ arbeitet, für weitere drei Jahre mit insgesamt knapp 3,4 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung um gut 50 Prozent gegenüber der ersten Förderperiode. „Damit wird unsere bislang erfolgreiche Arbeit honoriert und zugleich die gesellschaftliche Bedeutung des Forschungsschwerpunktes unterstrichen. Mit den neuen Mitteln können wir die Forschung durch weitere Projekte intensivieren“, so der Urologe aus Gießen, der die Arbeit der KFO 181 wissenschaftlich koordiniert.
 
„Ziel der Forschergruppe ist es, die molekularen Mechanismen, die die Bildung von Samenzellen im Hoden regulieren, besser zu verstehen und dadurch mögliche Ursachen einer gestörten Spermatogenese zu erkennen“, sagte Prof. Dr. Weidner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH am Standort Gießen. Anders als bei weiblicher Infertilität, deren Ursachen als vergleichsweise gut erforscht gelten, sind Fruchtbarkeitsstörungen bei Männern zu einem erheblichen Prozentsatz idiopathisch, also ohne erkennbare Ursache.
 
Unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Steger, dem Chef des andrologisch urologischen Forschungslabors des Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH am Standort Gießen, hat die KFO 181 in den ersten drei Jahren in sechs Teilprojekten darauf hingearbeitet, molekulare Ursachen männlicher Sterilität zu entschlüsseln. Künftig werden unter dem Zentralprojekt acht Einzelprojekte koordiniert, sieben davon an der Justus-Liebig-Universität Gießen und eines an der Philipps-Universität Marburg. Der Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung, die meist an Mäusen erfolgt, auf den menschlichen Organismus gehört zu den besonderen Leistungsmerkmalen der Forschergruppe. Dafür steht eine umfangreiche Hodenbiopsie- und Kryobank zur Verfügung.
 
Klinische Wissenschaftler und Grundlagenforscher aus verschiedenen Fachrichtungen sind in der KFO 181 vernetzt – so etwa aus Anatomie, Zellbiologie, Veterinärmedizin, Medizinischer Mikrobiologie und Innerer Medizin. Aus der Urologischen Klinik in Gießen kommen neben den Professoren Steger und Weidner auch die Nachwuchswissenschaftlerinnen Dr. Agnieszka Paradowska und PD Dr. Undraga Schagdarsurengin. Die Fördermittel der DFG beinhalten für die nächsten drei Jahre zehn wissenschaftliche Stellen in Gießen und neun für technische Angestellte.
 
Prof. Dr. Weidner geht davon aus, dass die Arbeit der Klinischen Forschergruppe 181 an der Justus-Liebig-Universität dazu beitragen wird, Gießen als eines der bundesweit führenden Zentren der reproduktionsmedizinischen Forschung zu festigen.

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