Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 04. Januar 2011|Aktualisiert am 06. April 2017

DGU baut nationales urologisches Studienregister auf

Düsseldorf, 14.09.2010. Wissen und Information gibt es im Überfluss, die relevanten Erkenntnisse aber auch zu finden, ist heute die wahre Kunst. Für die klinische Forschung aus ihrem Fachgebiet geht die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) jetzt einen besonderen Weg: „Die DGU hat den Grundstein für den Aufbau eines nationalen urologischen Studienregisters gelegt, mit dem in Deutschland durchgeführte klinische Studien möglichst vollständig erfasst werden", sagt Prof. Dr. Bernd Wullich, Leiter des Ressorts für Forschungsförderung im DGU-Vorstand und zugleich Leiter des neuen Studienregisters.

"Ziel ist, dass sich Ärzte, Betroffene und potenzielle Studienpartner rasch und übersichtlich über die Studienaktivitäten in der Urologie informieren können", erläutert Prof. Wullich, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik Universitätsklinikum Erlangen. Das Online-Register („www.dgu-studien.de“) soll sich nicht auf onkologische Arbeiten beschränken, sondern alle urologisch relevanten klinischen Studien erfassen – also etwa Untersuchungen zu operativen Techniken oder auch zu komplementärmedizinischen Verfahren. „Wir nehmen alles auf, was den Standards der ‚Good Clinical Practice’ entspricht“, sagt DGU-Forschungskoordinator Dr. Christoph Becker, der Administrator des Registers. Bislang oft verstreut publizierte Studien zur Urologie werden so gebündelt. Schon auf dem 62. DGU-Jahreskongress in Düsseldorf wird das Register vorgestellt, und die ersten Studien sollen in das System eingepflegt sein.

Abgeschlossene, besonders aber auch laufende urologische Studien, die Industrie und nichtkommerzielle Institutionen initiiert haben, sollen aufgenommen und dargestellt werden. Besonders wichtig sei der DGU, mit dem Register die Patientenrekrutierung für klinische Studien in Deutschland zu fördern. „Eine zügige Durchführung von Studien scheitert häufig daran, dass es nicht genügend Patienten gibt, weil Urologen und Patienten einfach nicht wissen, dass für eine bestimmte Studie noch Teilnehmer gesucht werden“, sagt Dr. Becker. Mit dem Register sollten Auftraggeber von Studien, Ärzte und Patienten näher zusammengebracht werden, denn ohne klinische Studien sei eine Bewertung medizinischer Maßnahmen nicht möglich.

Das Studienregister wird von der DGU finanziert und gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie e.V. (AUO) betrieben. Entwickelt wurde das „Site & Study Management System“ mit Unterstützung des Zentrums für Klinische Studien Köln und des Deutschen Cochrane Zentrums in Freiburg. Den Studieneinrichtungen ist freigestellt, ob sie nur die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Minimaldaten, oder auch Details ihrer Studie veröffentlichen.

Das neue System der DGU bietet zahlreiche Funktionen: Über individualisierte Zugangsrechte lässt sich eine dezentrale Studiendokumentation nach den WHO-Standards zusammenführen. Der geplante automatische Datentransfer zum Deutschen Register Klinischer Studien sowie zum internationalen Register ClinicalTrials.gov wird in Zukunft Doppeldokumentationen erübrigen. Aus den Daten lassen sich automatisiert Standardberichte generieren. Das neue System ist darüber hinaus auch dafür ausgelegt, Studien komplett zu verwalten. (ing)

Bei der 62. DGU-Jahrestagung vom 22. bis 25. September 2010 im Congress Center Düsseldorf können sich Interessierte in Einstiegskursen von der Leistungsfähigkeit und der leichten Handhabung des Systems überzeugen.

Kontakt:

DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers &
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 4 82 72 87
Fax: 040 - 79 14 00 27
info(at)wahlers-pr.de

www.dgu-kongress.de

 

Für die teilnehmendem Schüler wird es am 23.und 24. September 2010 um 9.30 Uhr auf dem Düsseldorfer Urologen-Kongress zweifellos spannend: Unter dem Motto „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“ geht es nach einer theoretischen Einführung interaktiv mit einem Fallbeispiel zum Prostatakrebs weiter. Den Höhepunkt bildet das anschließende Simulatortraining. In mehreren Stationen lernt der angehende Nachwuchs das kleine 1x1 der Urologie kennen. Neben dem Operieren durchs Schlüsselloch darf man Nierensteine entfernen, lernt das richtige Nähen und Knoten und kann mit einer feinen Optik das Innere einer Paprika erforschen. „Üben kann man an fast allem, was der Kühlschrank zu Hause so hergibt, auch an Bananen und Gänsebeinen“, weiß Dr. med. Dr. phil. Stefan Buntrock, der gemeinsam mit Kollegen durch das zweistündige Schüler-Programm führt. Mit ihrer außergewöhnlichen Initiative tritt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. dem Medizinermangel in Deutschland aktiv entgegen. DGU-Präsident Professor Dr. Wolfgang Weidner: „Urologen sind hoch qualifizierte und gefragte Fachärzte mit außerordentlich guten Zukunftsaussichten, denn aufgrund der demografischen Entwicklung werden urologische Erkrankungen in den nächsten Jahrzehnten noch häufiger auftreten. All das möchten wir unseren jungen Gästen in Düsseldorf vermitteln“.

Weitere Informationen:
Dr. med.  Dr. phil. Stefan Buntrock
Ärztlicher Direktor der Klinik am Kurpark, Bad Wildungen
Telefon: 05621- 702145

Weitere Informationen über die "Urology Week":
www.uroweb.org
www.urologyweek.org

Weitere DGU-Informationen:
http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de

Journalisten können sich bereits jetzt für den 62. DGU-Kongress in Düsseldorf akkreditieren: www.otseinladung.de/event/2b25081e7a

Kontakt:

DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
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Mobil: 0170 - 4 82 72 87
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