Autor: |Veröffentlicht am 30. Mai 2017|Aktualisiert am 21. Juni 2017

Neue Internetplattform des Zweitmeinungsprojektes Hodentumor: https://hodentumor.zweitmeinung-online.de

Berlin, 30.05.2017. Hodenkrebs zählt in Deutschland mit jährlich 4200 diagnostizierten Neufällen zu den seltenen Krebserkrankungen, weshalb aktuellste Therapieoptionen nicht immer zeitnah und flächendeckend implementiert sind. Vor diesem Hintergrund fungiert das Nationale Zweitmeinungsprojekt Hodentumor, das sich seit April dieses Jahres mit neuer Internetplattform und in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) präsentiert.

„Seit dem Start vor elf Jahren hat sich das Zweitmeinungsprojekt Hodentumor zu einer erfolgreichen Größe in der Uroonkologie entwickelt. Das hat die TK jetzt dazu bewogen, eine Zweitmeinung vor Therapiebeginn bei Hodentumoren für ihre Versicherten zu vergüten“, sagt Prof. Dr. Maurice Stephan Michel, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), die das Projekt von Anbeginn fördert und begleitet.

Unter der neuen Internetadresse https://hodentumor.zweitmeinung-online.de können behandelnde Ärzte kostenfrei eine Zweitmeinung von Hodentumorspezialisten zur geplanten Behandlung ihrer Patienten einholen. „Insgesamt führt etwa jede 6. Zweitmeinung zu einer relevanten Änderung des vorgeschlagenen Therapieumfanges. In 40 Prozent der Fälle konnte der Umfang der Behandlung reduziert und damit die Lebensqualität des Patienten gesteigert werden. In 26 Prozent der Fälle war eine umfangreichere Therapie als die geplante angezeigt“, konstatiert der Leiter des Zweitmeinungsprojektes, Prof. Dr. Mark Schrader. Wer als Betroffener einen Expertenrat möchte, kann den behandelnden Arzt einfach bitten, seinen Fall auf dem Zweitmeinungsportal vorzutragen. Kosten entstehen dadurch nicht. 

Das 2006 von der Deutschen Hodentumorstudiengruppe (German Testicular Cancer Study Group/GTCSG) initiierte Projekt hat neben der DGU und der Deutschen Krebshilfe jetzt mit der Techniker Krankenkasse einen weiteren Förderer gewonnen. Mit dem Beitritt der Techniker Krankenkasse wurde das Projekt in einen integrierten Versorgungsvertrag überführt. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, ist gegenwärtig für die 17 beteiligten Zweitmeinungszentren und behandelnden Ärzte nach der Registrierung auf dem neuen Onlineportal der Beitritt zum IV-Vertrag mit der TK erforderlich. Für die „eigenen Versicherten“ vergütet die TK Einholung und Abgabe der Zweitmeinung sowie auch die Follow-ups. Auch für alle anderen Patienten kann die Zweitmeinung wie bisher eingeholt werden – nur die Adresse hat sich geändert: https://hodentumor.zweitmeinung-online.de. „Selbstverständlich bemühen wir uns, das neue Finanzierungssystem auszubauen und wollen weitere Krankenkassen von dem Projekt überzeugen“, sagt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing. 

Die höchstkompetente Beurteilung der Erstdiagnose und der geplanten Therapie ist über das Nationale Zweitmeinungsprojekt Hodentumor bislang in rund 5300 Fällen in Anspruch genommen worden - Tendenz zunehmend. So wurde im vergangenen Jahr schon jeder vierte Fall eines neu diagnostizierten Hodentumors vorgestellt. Mit dem neuen Portal unter https://hodentumor.zweitmeinung-online.de ist dies nun noch einfacher und benutzerfreundlicher möglich. 

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