Lexikon - G

Autor: Dr. Arne Tiemann|Veröffentlicht am 24. November 2006|Aktualisiert am 06. April 2017

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Geschlechtskrankheiten

Durch Geschlechtsverkehr erworbene, ansteckende Krankheiten. Hierzu zählen Syphilis, Gonorrhöe, Ulcus molle, Lymphopathia venerea.

Gestagene

Sammelbegriff für eine Gruppe weiblicher Sexualhormone.

GnHG-Analoga

Medikamentengruppe zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms.

Im männlichen Körper werden durch Stimulation mit dem Gonadotropin-Releasing- Hormon (GnRH) in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) die Hormone LH und FSH freigesetzt. Insbesondere das Hormon LH regt dann die Produktion von Testosteron im Hoden an. Bei einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom ist dieser Effekt nicht gewünscht. In diesem Fall können die GnRH-Analoga eingesetzt werden, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Es handelt sich um Depotpräparate, welche unter die Haut gespritzt werden. Durch eine GnRH-Dauerstimulation an der Hirnanhangsdrüse erschöpft sich die Ausschüttung von LH und FSH. Es findet keine Stimulation der Testosteronproduktion mehr statt und die Testosteronwerte sinken.

Alternativ können mittlerweile auch GnRH-Blocker eingesetzt werden, welche die Signalweiterleitung an der Hirnanhangsdrüse blockieren und dadurch ebenfalls zu einem Abfall der LH und FSH-Werte führen.

 

Gonaden

Sammelbegriff für die weiblichen und männlichen Keimdrüsen, d.h. die Eierstöcke und Hoden.

Gonorrhoe (Tripper)

Die Gonorrhoe gehört zu den bekanntesten Geschlechtskrankheiten und wird durch Bakterien (Gonokokken – Neisseria gonorroheae) übertragen. Gerade bei Frauen kann die Erkrankung symptomarm oder ohne Beschwerden bestehen. Eine Betroffene kann die Infektion aber trotzdem weitergeben. Beschwerden treten 2 - 5 Tage nach der Ansteckung auf. Bei Frauen kann es sich um vermehrten grünlich-gelben Ausfluss, ggf. Schmierblutungen und Brennen beim Wasserlassen handeln. Beim Mann bestehen oft Brennen beim Wasserlassen und gelblich-eitriger Ausfluss aus der Harnröhre (namengebendes Symptom, Tripper → Drippen – tropfen). Auch der Enddarm und der Mund-Rachenraum können befallen sein.

In Deutschland gibt es derzeit jährlich schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Neuinfektionen mit einer Gonorrhoe. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich deutlich höher. Wenn die Infektion nicht behandelt wird, können ernste Folgeerscheinungen auftreten. Bei der Frau können dies Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter und der Eierstöcke sein, die häufig zur Unfruchtbarkeit oder auch zu Eileiterschwangerschaft führen können. Eine infizierte Schwangere kann während der Geburt die Erreger an ihr Kind weitergeben. Die so entstehende Infektion der Augen kann unbehandelt zur Erblindung des Neugeborenen führen. Beim Mann kann die Entzündung auf Hoden und Nebenhoden übergreifen. Hierdurch kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden. Zudem können durch die Harnröhrenentzündung narbige Verengungen (sog. Harnröhrenstrikuten) auftreten. Die Gonorrhoe kann auch andere Organe im Körper befallen und z.B. zu Ausschlägen, Fieber und Gelenkschmerzen führen. Die Ansteckung erfolgt fast ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Kondome schützen vor einer Ansteckung. Die Gonorrhoe wird mit Antibiotika therapiert, wobei beide Partner behandelt werden sollten, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

Gynäkomastie

Anschwellen der Brustdrüsenkörper beim Mann. Dies wird oft als kosmetisch störend empfunden. Häufig ist eine Gynäkomastie während der männlichen Pubertät. Diese ist durch hormonelle Umstellungen im Körper bedingt und bildet sich meist von selbst zurück. Eine Brustdrüsenschwellung bedarf, unabhängig vom Alter des Betroffenen, einer fachärztlichen Abklärung, da die Ursachen vielfältig sein können (Hormonstörungen, Hodenkrebs, selten Mammakarzinom). Abzugrenzen ist eine Brustdrüsenschwellung von einer Fettansammlung um den Brustdrüsenkörper herum. Dies kann kosmetisch ähnlich störend sein, jedoch liegen die Ursachen hier meist in starkem Übergewicht (Adipositas).

Gonorrhöe (Tripper)

Die Gonorrhöe gehört zu den bekanntesten Geschlechtskrankheiten und wird durch Bakterien übertragen. Vorsicht! Gerade bei Frauen bleibt die Erkrankung oft zunächst unerkannt und ohne Beschwerden. Die Infizierte kann die Infektion aber trotzdem weitergeben! Beschwerden treten, wenn überhaupt, 2 - 5 Tage nach der Ansteckung auf: Bei der Frau: vermehrter grünlich-gelber Ausfluß, u.U. Schmierblutungen, Brennen beim Wasserlassen; beim Mann: Brennen beim Wasserlassen, gelblicheitriger Ausfluß aus der Harnröhre. Auch der Enddarm und der Mund-Rachenraum können befallen sein. In Deutschland gibt es derzeit jährlich schätzungsweise 50 000 bis 55 000 Neuinfektionen mit einer Gonorrhöe. Wenn der Tripper nicht sofort behandelt wird, können ernste Folgeerscheinungen auftreten: Bei der Frau: Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter und der Eierstöcke, die häufig zur Unfruchtbarkeit oder auch zur gefährlichen Eileiterschwangerschaft führen. Eine infizierte Schwangere kann während der Geburt die Erreger an ihr Kind weitergeben. Die so entstehende Infektion der Augen kann zur Erblindung des Neugeborenen führen. Beim Mann kann die Entzündung auf Hoden und Nebenhodenübergreifen, mit Unfruchtbarkeit als häufiger Folge. Wenn sie nicht frühzeitig behandelt wird, kann die Gonorrhöe auch andere Organe oder eventuell den ganzen Körper befallen und z.B. zu Ausschlägen, Fieber und Gelenkschmerzen führen. Die Ansteckung erfolgt fast ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Eine indirekte Übertragung durch feuchte Gegenstände oder Sexspielzeuge wie z.B. Vibratoren oder Dildos ist (selten) möglich. Kondome schützen vor einer Ansteckung. Die Gonorrhöe wird mit Antibiotika behandelt. Sie heilt in der Regel völlig aus, wenn sie bei Auftreten der ersten Symtome behandelt wird. Je früher sie erkannt wird, desto einfacher ist die Therapie. Kein Sex bis zur völligen Ausheilung! Fragen Sie hierzu ihren Arzt. Wichtig ist die Partnerbehandlung.