Lexikon - A

Autor: Dr. Arne Tiemann|Veröffentlicht am 09. Juli 2008|Aktualisiert am 10. August 2016

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Ablatio

Operative Entfernung eines Organs bei Krebserkrankungen, z.B. Entfernung eines Hodens (Ablatio testis) oder Amputation der weiblichen Brust (Ablatio mammae).

Abszess

Durch eine bakterielle Infektion ausgelöste Eiteransammlung im Körper, welche in der Regel operativ eröffnet werden muss.

Adenom

Gutartige Geschwulst mit Ursprung in Drüsengewebe. In der Urologie ist oft vom sog. Prostataadenom die Rede. Es handelt sich um gutartige Vergrößerung der Prostata, welche z.B. zu Blasenentleerungsstörungen führen kann.

Agonadismus

Das völlige Fehlen der Keimdrüsen (Gonaden). Bei der Frau handelt es sich um die Eierstöcke, beim Mann um die Hoden. Diese Missbildung tritt nur äußerst selten auf.

AIDS

Durch das HIV-Virus (human immunodeficiency virus) verursachte Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems. Häufigster Übertragungsweg beim Geschlechtsverkehr über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samenflüssigkeit, Scheidensekret. Ferner Blutübertragungen mit HIV-haltigem Blut, gemeinsames Benutzen von Nadeln bei Drogenabhängigen. Trotz verbesserter medikamentöser Behandlung, die den Verlauf der Krankheit abmildern und das Leben verlängern können, führt AIDS schließlich zum Tode. Eine Heilung oder vorbeugende Schutzimpfung gibt es derzeit für AIDS noch nicht. Fieberhaft wird in der Forschung an der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes gearbeitet. Vorbeugung ist nur durch das Benutzen von Kondomen beim Geschlechtsverkehr (Safer-Sex) und das Meiden von ansteckenden Materialien möglich.

Akkomodation

funktionelle Anpassung, Einstellung eines Organs auf die zu erfüllende Aufgabe

alkalische Phosphatase

siehe Phosphatase, alkalische

Anamnese

Bezeichnung für das Gespräch zwischen Arzt und Patient in welchem die persönliche Krankheitsgeschichte des Patienten erörtert wird. Wenn Patienten nicht mehr selbst Auskunft geben können werden Gespräche oft mit Angehörigen geführt, was dann als Fremdanamnese bezeichnet wird. Auch beim Urologen steht ein Gespräch über die Krankheitsgeschichte an erster Stelle und stellt die Grundlage einer jeden weiteren Diagnostik und Therapie dar.

Androgenblockade

Blockierung der Androgenbindung an Rezeptoren. Siehe à Antiandrogene

Androgen-Deprivationstherapie (ADT)

Entzug der männlichen Sexualhormone, um ein weiteres Wachstum eines Prostatakarzinoms zu unterbinden. Dies wird über Wirkstoffe (z.B. GnRH-Blocker, GnRH-Analoga) erreicht, welche im Bereich des Gehirns die Ausschüttung von Hormonen (LH, FSH) unterbinden, welche ihrerseits sonst zur Steigerung der Testosteronproduktion betragen würden.

Androgene

Allgemeine Bezeichnung für sämtliche Sexualhormone, welche eine männliche Differenzierung des Körpers hervorrufen. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron, welches hauptsächlich im Hoden gebildet wird.

Antiandrogene

Bei Androgenen handelt es sich um männliche Geschlechtshormone, welche ihre Wirkung über sog. Rezeptoren an den Körperzellen entfalten. Mit Antiandrogenen stehen Medikamente zur Verfügung mit denen diese Bindung blockiert werden kann. Der wesentliche Einsatz erfolgt im Rahmen der Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms.

Antihormone

Substanzen, die die Wirkung der im menschlichen Körper gebildeten Hormone blockieren und bei der Behandlung von hormonabhängigen Tumoren (z.B. Prostatakrebs) zum Einsatz kommen können.

Antiöstrogene

Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone, welche an verschiedenen Zellen im Körper ihre Wirkung über sog. Rezeptoren entfalten. Unter Antiöstrogenen versteht man Medikamente, welche die Bindung der Hormone am Rezeptor blockieren. Der Einsatz erfolgt im wesentlichen zur Behandlung verschiedener Brustkrebsarten. In der Urologie werden die Antiöstrogenen ohne Zulassung (sog. off-lable use) beim Mann zur Behandlung einer Gynäkomastie oder in besonderen Fällen bei ungewollter Kinderlosigkeit eingesetzt.

Antiphlogistika

Entzündungen hemmende Arzneimittel. Je nach Wirkstoff werden diese Medikamente auch zum Fieber senken oder zur Schmerztherapie eingesetzt.

Anurie

Vollständiges Fehlen oder nur sehr geringe Harnausscheidung (< 100 ml Urin in 24h). Ursachen können eine stark gestörte Nierenfunktion, mangelnde Flüssigkeitszufuhr oder ein Abflusshindernis der Harnwege sein.

Anus praeter (naturalis)

Künstlicher Darmausgang im Bereich der Bauchdecke zur Stuhlentleerung nach Darmoperationen. Die hygienische Versorgung erfolgt mit sog. Stomabeuteln.

Aphrodisiaka

Mittel zur Anregung des Geschlechtstriebes.

Aspermie

Fehlen von Ejakulat trotz Orgasmus. 

Ausscheidungsurographie = AUG

Röntgenuntersuchung der ableitenden Harnwege mit Kontrastmittelgabe. Die Untersuchung wird z.B. zur Diagnostik bei Nieren- und Harnleitersteinen, sowie zur Abklärung von Blutbeimengungen im Urin eingesetzt. Synonyme Bezeichnungen sind auch Urogramm oder intravenöse Pyelographie (IVP).

Azoospermie

Bezeichnung für das vollständige Fehlen von Spermien im Ejakulat.