Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 06. Juli 2009|Aktualisiert am 16. Dezember 2016

Kann eine volle Harnblase platzen?

Frage: Mir ist es schon oft passiert, dass ich mit dem Auto im Stau stand und dringend auf die Toilette musste. Bis jetzt konnte ich immer bis zur nächsten Abfahrt anhalten, aber jedesmal stellt sich mir die Frage: Kann eine volle Harnblase eigentlich platzen?

Antwort:
Die Blase eines gesunden Menschen platzt nicht einfach, nur weil man den Urin zurückhält. Die meisten Menschen verspüren starken Harndrang, sobald sich zwischen 250 und 500 Milliliter Urin in der Blase befinden. Je nach Geschlecht und Körpergröße variiert diese Menge.
Verzögert sich aus verschiedensten Gründen der Gang zur Toilette, läuft das Hohlorgan immer weiter voll.
Spätestens, wenn das maximale Füllvolumen überschritten ist, das normalerweise zwischen 400 und 1000 Millilitern liegt, kann jedoch auch die stärkste Blase dem Druck nicht mehr standhalten. Das funktioniert wie bei einem Überlaufventil. Man kann das Wasser nicht mehr halten und nässt ein.

Ist der Blasenmuskel chronisch überdehnt, wie beispielsweise bei vielen Patienten mit einer vergrößerten Prostata, kann dieser Schutzmechanismus jedoch unter Umständen versagen. Denn, wenn sich regelmäßig zu viel Urin ansammelt, wird der Blasenmuskel auf Dauer überdehnt. Er erschlafft und hat nicht mehr genug Kraft, um die Flüssigkeit in die Harnröhre zu drücken.
Doch selbst im Fall eines solchen Harnverhalts ist ein Blasenriss eher unwahrscheinlich, weil die Patienten unter stärksten Schmerzen ins Krankenhaus kommen, wo der Urin mit Hilfe eines Katheters abgelassen werden kann.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bei (Verkehrs-) Unfällen mit gefüllter Blase kann es zu Harnrührenabrissen, zu Einrissen oder sogar zum Platzen der Blase kommen.