Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 01. Juli 2009|Aktualisiert am 16. Dezember 2016

Teilnahme an Medikamenten-Studie: Werde ich zum Versuchskaninchen?

Frage: Mein Urologe hat mir die Teilnahme an einer Medikamenten-Studie empfohlen, weil die Mittel, die ich bisher einnehme, keine Wirkung gezeigt haben. Ich soll das neueste Medikament einnehmen, das genau für meine Erkrankung geeignet sein soll. Nun habe ich Angst, als Versuchskaninchen benutzt zu werden. Muss ich mir wirklich Sorgen machen?

Antwort: Bevor eine Studie an Menschen durchgeführt werden darf, hat bereits ein mehrjähriges Untersuchungsprogramm stattgefunden. Dazu gehören auch in einem gewissen Rahmen die Versuche mit und an gesunden und kranken Tieren. Erst wenn sich zeigt, dass das neue Medikament Wirkung zeigt und sich die Nebenwirkungen in engen Grenzen halten, beginnt die Prüfung am menschlichen Organismus. Die so genannte Ethikkommission muss der geplanten Studie zustimmen. Patientenrechte und Patientenschutz werden somit sichergestellt. Jede Studie bedarf einer Genehmigung durch die oberste Bundesbehörde in Berlin, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Die Teilnahme an einer Studie geschieht immer freiwillig. Sie müssen schriftlich Ihre Einwilligung erklären und Ihr Urologe wird gegenzeichnen. Ein Widerruf ist jederzeit möglich. Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Studie gehört auch, dass Ihr als prüfender Arzt tätige Urologe einer ständigen Überwachung unterliegt.

Sie sollten Ihre nahen Angehörigen mit in Ihre Überlegungen einbeziehen, bevor Sie sich endgültig für die Teilnahme an der Studie entscheiden. Es ist für alle Beteiligten wichtig, über alle möglichen Vor- und Nachteile auf dem Laufenden zu sein. Während der gesamten Behandlungsdauer bekommen Sie stets das neueste Medikament verabreicht. Ihr Urologe wird Ihnen selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite stehen und Sie mit Ihren Sorgen und Nöten nicht alleine lassen. Für jede Veränderung, die die neue Behandlung mit sich bringt, ist Ihr Urologe der direkte Ansprechpartner. Wichtig ist, dass Sie alle Untersuchungstermine einhalten und das Medikament regelmäßig und nach Vorschrift einnehmen. Wenn sich herausstellt, dass das neue Medikament besser als sein Vorgänger wirkt, werden nicht nur Sie davon profitieren sondern auch viele andere Patienten, denen die Prüfungsergebnisse bei ihrer Krankheitsbewältigung helfen (kj).