Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 17. Juni 2011|Aktualisiert am 16. Dezember 2016

Welche Nebenwirkungen kann eine Sterilisation haben?

Frage: Welche Nebenwirkungen kann eine Sterilisation haben?

Antwort: Bei einer Sterilisation (Vasektomie) des Mannes werden in örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose über einen beidseitigen Hodensackschnitt die Samenleiter durchtrennt und unterbunden. Nach zwei- bis dreimaligen Kontrollen des Ejakulats auf das vollständige Fehlen von Spermien ist davon auszugehen, dass der Mann unfruchtbar ist, wenn in zwei aufeinander folgenden Samenuntersuchungen keine Spermien im Sediment gefunden wurden.
Grundsätzlich werden im Hoden auch nach der Operation weiterhin in nahezu normalem Umfang Spermien produziert. Diese Spermien können den Hoden und Nebenhoden nicht verlassen und werden durch das körpereigene System abgebaut.
Es ist möglich, dass sich infolge der Sterilisation im Nebenhoden Erweiterungen der Samenkanälchen ausbilden. Diese sogenannten Spermatozelen sind funktionell und klinisch in der Regel ohne Bedeutung, können jedoch eventuell später eine gewünschte Refertilisation technisch erschweren. Auch können sich so genannte Spermagranulome bilden. Das Spermagranulom ist eine knotige, harte Veränderung im Samenstrang, die durch den Austritt von Spermatozoen in das umliegende Gewebe entsteht.
Das Ejakulatvolumen zeigt sich nach einer Sterilisation in der Regel unverändert, da sich der größte Anteil des Samenergusses aus Sekreten der Prostata und Samenblasen zusammensetzt.
Bei entsprechender Vorgeschichte mit gehäuften Entzündungen des Nebenhodens ist vor einer Vasektomie eine Untersuchung des Ejakulats auf Bakterien sinnvoll, da nach einer Vasektomie bestehende Infektionen der ableitenden Samenwege ggf. fortbestehende Beschwerden verursachen können.
Nachuntersuchungen von sterilisierten Männern haben gezeigt, dass insbesondere Männer, die sich tendenziell eher nicht aus eigener Überzeugung haben sterilisieren lassen, vermehrt über postoperative Beschwerden klagen.

Es ist sehr zu wünschen, dass Vasektomien nicht übereilt und erst nach reiflicher Überlegung des Mannes in Absprache mit der Partnerin durchgeführt werden.
Insgesamt hat eine Sterilisation in der Regel keine negativen körperlichen Auswirkungen auf das Geschlechtsleben, so bleiben die Potenz, das Lustempfinden und die Libido unverändert.
Grundsätzlich ist es bei erneutem Kinderwunsch möglich, eine Refertilisierung durchzuführen, um die Sterilisation rückgängig zu machen. Diese Operation, bei der die Samenleiterenden beider Seiten erneut miteinander verbunden werden, wird Vasovasostomie genannt und kann als ambulante Operation unter einem Operationsmikroskop (mikrochirurgisch) in einer Vollnarkose durchgeführt werden.