Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Bei akuten Erkrankungen oder Verletzungen: Im urologischen Notfall ist schnelle Hilfe angezeigt

29.01.2014. Plötzlich einsetzende Schmerzen im Nieren- oder Hodenbereich, die Unfähigkeit Wasser zulassen, oder Verletzungen im Genitalbereich - alle dies können Anzeichen eines urologischen Notfalls sein, der umgehend behandelt werden muss. Eine notwendige Untersuchung aus Scham hinauszuzögern, kann in einer akuten Situation fatale Folgen haben und zu bleibenden Schäden, beim Mann bis hin zur Impotenz, führen.

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Folgende Erkrankungen zählen zu urologischen Notfällen:

Hämaturie (blutiger Urin): Die Ausscheidung von blutigem Urin hat vielfältige Ursachen. Man unterscheidet schmerzhafte und schmerzlose Hämaturie. Eine zeitnahe Abklärung ist auf jeden Fall erforderlich.

Nierenkolik: Die Nierenkolik äußert sich durch plötzlich einsetzende, heftige wellen-  beziehungsweise  kolikartige Schmerzen im Bereich einer Flanke, des seitlichen Unterbauchs oder einer Leiste. Dazu kann schmerzhafter Harndrang kommen, unter Umständen blutiger Harn. Die Bekämpfung der Schmerzen steht nach notfallmäßiger Diagnosesicherung im Vordergrund. Häufig ist die Einweisung in eine Klinik notwendig.

Harnverhalt:  Wenn trotz voller Blase die Entleerung der Blase nicht möglich ist, sprechen Mediziner von akutem Harnverhalt. Eine Begleiterscheinung sind starke Schmerzen im Unterbauch. Die Ursache liegt  zumeist in einer vergrößerten Prostata.  Aber auch Harnröhrenverengungen, Fremdkörper oder Harnsteine kommen als Grund infrage. Wird der Zustand nicht schnell behoben, droht ein Rückstau des Urins, der zum Nierenversagen führen kann. Die Soforttherapie besteht in der Blasendrainage durch Kathetereinlage, um den Urin ablaufen zu lassen. Danach erst folgen weitere Untersuchungen, um die Ursachen abzuklären.

Hodentorsion:  Durch eine Verdrehung des Hodens und des Samenstrangs treten heftigste Schmerzen auf. Je nach Ausmaß dieser Torsion wird die Blutzufuhr zum Hoden unterbrochen, was zum Absterben des Gewebes führen kann. Es handelt sich hier um einen akuten Notfall und eine sofortige ärztliche Intervention ist zwingend erforderlich!

Dauererektion/Priapismus:  Der Priapismus ist eine anhaltende schmerzhafte Dauererektion des Penis ohne sexuelle Erregung, die länger als zwei Stunden bestehen bleibt. Um einer drohenden Impotenz durch dauerhafte Schädigung der Schwellkörper vorzubeugen, ist eine sofortige Behandlung erforderlich. Durch Punktion wird möglichst viel Blut aus dem Schwellkörper entfernt und mittels Medikamenteninjektion werden die Schwellkörper zur Erschlaffung gebracht.

„Spanischer Kragen“/Paraphimose: Wird eine verengte Vorhaut gewaltsam über die Eichel gezogen, bildet sie einen sogenannten Schnürring, der die Blutzirkulation stark beeinträchtigt. Im Extremfall kann es durch die Unterbrechung der Blutzufuhr zu einer gravierenden Gewebsschädigung kommen. Eine sofortige Behandlung ist notwendig. In den meisten Fällen sind eine Spaltung des Schnürrings sowie eine Beschneidung der Vorhaut erforderlich. 
Auch Verletzungen im Genitalbereich, die im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten auftreten, erfordern in der Regel eine zeitnahe Behandlung - auch wenn viele Menschen  gerade in diesen Situationen einen Arztbesuch scheuen.

Riss des Vorhautbändchens:  Der Riss des Vorhautbändchens (Frenulum) ist eine Verletzung im Genitalbereich, die nicht selten vorkommt. In der Regel bei sexueller Aktivität kann es zu einem Einriss des Vorhautbändchens kommen. Dies führt häufig zu einer Blutung, da sich dort eine Arterie befindet. Tritt eine Blutung auf, kann der Patient erst einmal versuchen, durch Zusammenpressen der Arterie die Blutung zu stoppen. Sollte das nicht erfolgreich sein, muss ein Facharzt aufgesucht werden. In lokaler Betäubung kann die Blutung schnell gestillt werden.

Penisbruch/Schwellkörperruptur: Ist der Penis beim Sex nicht richtig steif, kann er einknicken und die Schwellkörperhülle einreißen. Typisch ist ein peitschenhiebähnliches Geräusch. Unter der Haut bildet sich unmittelbar ein Bluterguss, der den Penis stark anschwellen lässt und ihm eine bläulich-rote Farbe verleiht. Es können darüber hinaus Blutungen aus der Harnröhre auftreten. Ein Penisbruch ist immer ein Notfall! Eine Operation binnen weniger Stunden ist in vielen Fällen unerlässlich, da es sonst zu dauerhaften Schäden bis hin zum Verlust der Erektionsfähigkeit kommen kann. Das kann auch trotz Behandlung passieren.
Patienten mit entsprechenden Symptomen sollten sich schnellstmöglichst mit dem Hinweis auf einen Notfall an eine urologische Praxis wenden. Außerhalb der Sprechzeiten ist eine Klinik mit urologischer Abteilung die richtige Anlaufstelle.

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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