Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Neue Studie: Ballaststoffreiche Ernährung schützt Frauen vor Nierensteinen

17.07.2014. Sie sind nur wenige Millimeter bis zu einigen Zentimetern groß, bestehen aus Bestandteilen des Urins, die sich in den Nieren sammeln und zusammenschließen: die Harnsteine. Die festen Gebilde können im gesamten Harntrakt vorkommen, je nach Lage spricht man von Nierensteinen, Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Sie entstehen vor allem in den Kanälchen der Niere und im Nierenbecken.

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Solange sie sehr klein bleiben, stören sie kaum und werden häufig unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden. Problematisch wird es, wenn die Steine eine Größe erreicht haben, die einen unkomplizierten Abgang auf natürlichem Weg unmöglich machen und dadurch Koliken verursachen. Dann sind unterschiedliche medizinische Maßnahmen erforderlich: Sie reichen von der medikamentösen Behandlung über die Stoßwellenlithotripsie (Zertrümmerung) bis zu operativen, in der Regel minimal-invasiven Eingriffen.

Doch mit dem Stein wird nur ein Symptom entfernt - nicht die Ursache. Vielfach wird neben einer genetischen Veranlagung die Art der Ernährung und Lebensweise für die Entstehung von Nierensteinen verantwortlich gemacht. Eine aktuelle amerikanische Studie ging jetzt der Frage nach, ob es eine Form der Ernährung gibt, die mit einem niedrigen Risiko für Nierensteine assoziiert ist. Das Ergebnis ist eindeutig: Frauen bekommen seltener Nierensteine, wenn sie sich ballaststoffreich und mit viel Obst und Gemüse ernähren.

Forscher um den Urologen Dr. Matthew Sorensen von der University of Washinton School of Medicine haben Ernährungsdaten aus der Women’s Health Initiative (WHI) Observational Study analysiert. Insgesamt wurden 83 922 Frauen im Alter im mittleren Alter von 64 Jahren untersucht. Bei 3471 war ein Nierensteinleiden (Nephrolitiasis) bekannt. Innerhalb von acht Jahren entwickelten 3,5 Prozent der Probandinnen Nierensteine. Nach Abgleich aller Risikofaktoren wie Alter, Diabetes, BMI und Ernährungsgewohnheiten erwies sich eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen als ein effektiver Schutzfaktor gegen ein Steinleiden.
Im Detail sah das folgendermaßen aus: Bei Frauen, die zwischen 3 und 11 Portionen Obst am Tag zu sich nahmen, war das Risiko einer Nephrolitiasis um 15 Prozent geringer als bei Frauen, die nur ein Stück Obst pro Tag aßen. Noch höher war der Schutzeffekt durch Gemüse (22 Prozent bei bis zu 13,3 Portionen am Tag verglichen mit 0 bis 1,2 Portionen). Erklärt wurde der Effekt mit einer Erhöhung des Urin-Volumens, ph-Wert, Kalium, Magnesium, Zitrat und Phytat. Dadurch nehme laut Studie die Übersättigung mit Kalziumoxalat und Harnsäure ab.
Allerdings gab es auch eine Einschränkung: Bei Frauen, die bereits an einem Nierenstein erkrankt waren, konnte sich eine verstärkte Aufnahme von Obst und Gemüse nicht mehr positiv niederschlagen. In der Gruppe entwickelten 15 Prozent der Frauen ein Nierensteinleiden, während es in der Gruppe der Frauen ohne ein Steinleiden in der Vorgeschichte lediglich 3 Prozent waren. Eine Erklärung für dieses Phänomen fanden die Urologen nicht. Die Forscher vermuten, dass es grundlegende Unterschiede zwischen Frauen, die vor dem 60. Lebensjahr an einem Nierenstein erkranken und solchen, bei denen es später der Fall sei, gibt.

Was tun gegen Harnsteine?
Eine Patienten-Information des Arbeitskreises Harnsteine der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
Hier downloaden

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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