Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Mehr Lebenszeit durch eine neue Niere

18.03.2015. Chronische Nierenerkrankung (CKD) gilt als eine unbekannte Volkskrankheit. In Deutschland werden zur Zeit etwa 60.000 Menschen dauerhaft dialysiert, mit steigender Tendenz. 8000 Patienten warten nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation auf eine neue Niere, doch nur rund 2300 davon können durchschnittlich pro Jahr damit versorgt werden. Während der Organbedarf jährlich um rund fünf Prozent steigt, bleibt das Angebot gleichbleibend niedrig. Dabei ist laut Deutscher Nierenstiftung unbestritten, dass eine erfolgreiche Nierentransplantation gegenüber dem aufwendigen und sehr zeitintensiven Dialyseverfahren den Patienten eine verbesserte Lebensqualität, größere Zufriedenheit und mehr Freiheit bietet – und ein längeres Leben. Wie viele Lebensjahre Empfänger von Spenderorganen im Durchschnitt gewinnen im Vergleich zu Patienten, die vergeblich auf ein neues Organ warten, haben US-Forscher in einer jetzt veröffentlichten Langzeitstudie ermittelt.

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Über einen Zeitraum von 25 Jahren haben Abbas Rana, Doktor der Medizin vom Baylor College of Medicine in Houston/Texas, und seine Kollegen die Überlebensvorteile von Transplantationspatienten anhand von Daten der United Network for Organ Sharing (UNOS) und des amerikanischen Sterberegisters untersucht. Dabei haben sie zwischen 1987 und 2012 alle Patienten über 18 Jahre berücksichtigt, die bei UNOS gemeldet waren. Darunter waren 533.329 Patienten, die in der Zeit ein neues Organ erhalten haben, sowie 579.506 Patienten, die vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet haben. In die Studie mit aufgenommen wurden nicht nur Nierentransplantationen, sondern auch die Übertragung von Lebern, Herzen, Lungen, Pankreas plus Niere, Pankreas und Darm.  

Nach der Datenerhebung haben die Wissenschaftler beide Patientengruppen miteinander verglichen und einen Gewinn an Lebensjahren von insgesamt 2.270.859 bei den Patienten nach einer erfolgreichen Transplantation nachweisen können. Im Durchschnitt bedeutet das eine verlängerte Lebenserwartung des Einzelnen von 4,3 Jahren. Bezogen auf alle in dem Zeitraum durchgeführten Organverpflanzungen wurden mit 314.561 Patienten Nierentransplantationen am häufigsten durchgeführt. Auch hier stellten die Mediziner eine höhere Lebenserwartung fest: Im Schnitt um 4,4 Jahren pro Organempfänger. Am zweithäufigsten wurden Lebern transplantiert, mit einem Gewinn an Lebensjahren von 4,3 Jahren pro Patient, gefolgt von Herzen (4,9 Jahre), Lungen (2,6 Jahre), Pankreas plus Niere 4,6 Jahre), Pankreas (2,4 Jahre) und Darm (2,8 Jahre). Ein weiteres signifikantes Ergebnis der Langzeitstudie ist, dass Erwachsene bei einer Nierentransplantation am meisten von einer Lebendspende profitieren. Die mittleren Überlebenszeiten lagen damit bei 18,5 Jahren. Kam das Spenderorgan von einem Verstorbenen, lebten die Patienten im Schnitt noch 9,8 Jahre.  

Das sind eindeutige Zahlen, die Rana und Kollegen nicht nur als einen Beweis dafür sehen, wie effektiv eine Organspende für den Betroffenen ist, sondern auch als begründete Motivation, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen, um die wachsende Lücke zwischen Bedarf und Angebot zu minimieren und so einer größeren Zahl von Patienten zu mehr Lebensqualität und Lebenszeit zu verhelfen.

Text: Pressestelle DGU/BDU


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