Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Aktuelle Studie bestätigt: Nachtdialyse erhöht Lebenserwartung und Lebensqualität

13.01.2015. Rund 70 000 Menschen sind allein in Deutschland darauf angewiesen, regelmäßig zur Dialyse zu gehen, da die Funktion ihrer Nieren chronisch eingeschränkt ist. Diese lebensrettende Behandlung ist ein Segen für Nierenkranke, bedeutet aber auch eine starke Beeinträchtigung ihres Alltags, da die Behandlung regelmäßig mehrfach in der Woche erfolgen muss und dadurch eine Menge Frei- und Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Eine Alternative dazu bietet die Nachtdialyse. Wie eine vom KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. initiierte retrospektive Kohortenstudie jetzt erstmals wissenschaftlich belegt hat, erhöht die Behandlung in der Nacht nicht nur die Lebensqualität der Patienten spürbar, sondern steigert auch die Lebenserwartung.

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Für die Studie wurde die wissenschaftliche Methodik der propensity scores in Verbindung mit konventionellen Überlebensanalysen angewendet. Dabei wurden jedem der insgesamt 1150 Nachtdialysepatienten fünf andere Dialysepatienten (5750 Kontrollpatienten) mit einem identischen Risikoprofil gegenübergestellt. Diese Gegenüberstellung war möglich durch das etablierte KfH-Qualitätsregister QiN (Qualität in der Nephrologie).

Das Ergebnis der Studie: Bei den Nachtdialysepatienten zeigte sich eine um 17 Prozent verminderte Sterblichkeit im Verlauf von vier Jahren im Vergleich zu den Kontrollpatienten. Als Ursache dafür sehen die Experten die längere und schonendere Entgiftungs- und Entwässerungsbehandlung mit 24 statt 12 Stunden pro Woche an. Bestätigt wird diese Auffassung durch die Betrachtung der Blutdruck- und Stoffwechseleinstellung der Nachtdialysepatienten sowie durch die parallel dazu durchgeführte Umfrage: Nachtdialysepatienten zeigten eine verbesserte Blutdruckeinstellung und eine geringere Phosphatbelastung mit weniger Tabletten.

Ergänzt werden die Erkenntnisse aus der Studie durch eine im Juli und August 2014 durchgeführte anonyme Patientenbefragung bei rund 500 Dialysepatienten, in der es um Erwartungen an die Nachtdialyse und die Erfüllung der Erwartungen ging. Dabei stand für 31 Prozent der Patienten die Erwartung, weniger Tabletten einnehmen zu müssen an erster Stelle, die zu 42 Prozent erfüllt wurde. 85 Prozent gaben eine höhere Lebensqualität durch die nächtliche Behandlung an und 76 Prozent betonten die Verbesserung beim Essen und Trinken durch weniger Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme.

Generell ist eine Nachtanalyse mit hohen Kosten verbunden: Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen des KfH zeigen, dass die Behandlungen aufgrund der höheren Personalintensität nicht kostendeckend erbracht werden können, was zur Folge hat, dass die Nachtdialyse zurzeit nur von einem Drittel der KfH-Zentren angeboten wird. Das KfH prüft angesichts der vorliegenden Studie und Umfrage, ob die Nachtdialyse weiter ausgebaut werden kann. Gleichzeitig soll mit den Partnern der Bundesmantelverträge geklärt werden, ob eine kostendeckende Vergütung dieser Behandlungsform möglich ist.

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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