Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Bluthochdruck – Studie zeigt viele Neuerkrankungen bei jungen Männern

13.01.2015. Mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress – die Ursachen für Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) sind ebenso vielfältig wie die möglichen gesundheitlichen Folgen gefährlich. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts steigt das Risiko der Erkrankung ab dem 44. Lebensjahr, ab 65 Jahren leidet bereits jeder zweite an Bluthochdruck. Inzwischen ist die Volkskrankheit jedoch auch bei jungen Menschen angekommen: Wie eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts ergeben hat, gibt es besonders unter jungen Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren eine signifikante Zunahme von Bluthochdruck.

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Insgesamt 7100 Erwachsene aus Deutschland nahmen an der Studie teil. Die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts für Hypertonieforschung verglichen für die Studie die Daten der Probanden zum Bluthochdruck des Jahres 1998 mit denen der Jahre 2008 bis 2011. Positiv: Die Studie hat gezeigt, dass der Anteil derjenigen, die an Bluthochdruck erkrankt sind und davon wissen, von 69 Prozent auf 82 Prozent gestiegen ist, wie Prof. Dr. med. Thomas Unger, Direktor der CARIM School for Cardiovascular Diseases, Maastricht University und Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention, jetzt bestätigte. Ein Fortschritt - denn nur, wer von seinem Problem Kenntnis hat, kann rechtzeitig gemeinsam mit seinem Arzt intervenieren und eine Korrektur vornehmen. Ein weiteres Ergebnis war, dass sich heute mehr Bluthochdruck-Patienten behandeln lassen. Ihr Anteil ist laut Studie in dem genannten Zeitraum von 55 auf 72 Prozent gestiegen.

So groß die Freude bei den Wissenschaftlern darüber ist, dass Aufklärung und Prävention nachweisbar Früchte tragen, so groß ist ihre Sorge bezüglich der vielen Neuerkrankungen bei jungen Männern, ausgelöst vermutlich durch Übergewicht. „Gerade junge Menschen leben häufig lange Zeit mit Bluthochdruck, bevor sie von ihrer Erkrankung erfahren und sich in medizinische Behandlung begeben", sagt Prof. Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. Die Konsequenzen: Lassen sie sich nicht behandeln, besteht ein großes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Darüber hinaus kann die Erkrankung die Nieren schädigen und auch Potenz und Libido mindern.

Das Fazit der Studie: „Einerseits zeigen die Zahlen, dass man in den letzten Jahrzehnten viel zum Kampf gegen Bluthochdruck beitragen konnte. Andererseits ist gerade der Anstieg der Betroffenen unter jungen Männern auch als Warnung zu verstehen, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen“, sagt Prof. Hausberg.

Um männliche Jugendliche rechtzeitig für ihren Körper und ihre Gesundheit zu sensibilisieren, haben die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) eine Jungensprechstunde ins Leben gerufen, die in den urologischen Praxen etabliert werden soll. Damit wollen die Urologen den männlichen Heranwachsenden einen medizinischen Ansprechpartner geben, der Fragen zur Pubertät und zu allen Themen rund ums Mannwerden beantwortet und so die Weichen für eine dauerhafte Verbesserung der Männergesundheit stellen kann. Begleitend dazu veröffentlichten DGU und BDU die Broschüre „Starke Infos für Jungen“. Der knapp 20-seitige Ratgeber entstand in Zusammenarbeit mit der ÄGGF und kann das Arztgespräch unterstützen oder ergänzen. Aber auch unabhängig vom Arztgespräch bietet die Broschüre verständliche Informationen zur körperlichen und emotionalen Entwicklung in der Pubertät und zur Sexualität und klärt über gesundheitsbewusstes Verhalten, typische urologische Erkrankungen beim Heranwachsenden, altersgerechte Impfungen und die Selbstuntersuchung der Hoden auf.

 

>Die Broschüre „Starke Infos für Jungen“ kann über das Onlineformular auf der Startseite des Urologenportals bestellt werden.

 

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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