Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Neue Niere mit fremder Blutgruppe

14.05.2009 - Eine Nierentransplantation trotz unterschiedlicher Blutgruppen von Spender und Empfänger ist bereits im Januar am Universitätsklinikum Halle (Saale) erfolgreich durchgeführt worden. Erstmals in Deutschland wurde dabei zudem das Spenderorgan im Rahmen einer Lebendspende zeitnah durch einen schonenden laparoskopischen Eingriff entnommen.

Am Nierentransplantationszentrum des Universitätsklinikums Halle (Saale) ist erstmals in Deutschland eine blutgruppenungleiche Nierentransplantation bei laparoskopischer Entnahme des Spenderorgans vorgenommen worden. Sechs Wochen nach der Operation stellte Professor Dr. Paolo Fornara, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Leiter des Nierentransplantationszentrum, zufrieden fest: "Die Spenderniere arbeitet sehr gut." Die Spenderin hatte Blutgruppe B positiv, der Empfänger 0 positiv. Der Urologie-Professor betonte die Bedeutung der immunologischen Vorbereitung des Patienten, ohne die ein Behandlungserfolg undenkbar wäre.

Gewöhnlich stößt ein Empfänger ein Spenderorgan mit einer fremden Blutgruppe wegen vorhandener Antikörper unweigerlich ab. Seit kurzem gibt es nun ein Verfahren, das dies verhindern kann: Medikamentös werden die Zellen ausgeschaltet, die die Antikörper produzieren. Und mit speziellen Blutreinigungsverfahren werden bereits vorhandene Antikörper ausgewaschen. Die unverzichtbare immunologische Vorbereitung des Patienten war von Professor Dr. Matthias Girndt, Direktor der Inneren Medizin II (Nierenheilkunde) der Universitätsklinik Halle, geleitet worden. Blutgruppenungleiche Nierentransplantationen werden erst seit 2005 von wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt.
Bei der Laparoskopie (Bauchspiegelung) wird ohne große Schnitte, dafür mit -  durch die Bauchdecke eingeführten - kleinen optischen Hilfsinstrumenten gearbeitet. Die postoperative Belastung für den Spender ist durch diese Technik deutlich geringer, und die Erfolgsaussichten sind für den Empfänger nach den bisherigen Erfahrungen besser.

"Wir sind stolz, zwei bahnbrechende Techniken wie die blutgruppenungleiche Transplantation und die laparoskopische Organentnahme erstmals bundesweit, wahrscheinlich sogar weltweit, miteinander verbunden zu haben", sagte Professor Fornara. Er hofft, dadurch die Bereitschaft zur Lebendspende weiter steigern zu können. Bis zu sechs Jahre müssen Patienten in Deutschland auf eine Transplantation warten, noch immer endet die Wartezeit oft tödlich, da kein passendes Organ gefunden wird. 2008 wurden in Halle 66 Nieren transplantiert, davon zwölf Lebendspenden. (ing)

Quelle: www.medizin.uni-halle.de/index.php?id=85&cid=11092

 


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