Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Potenzstörungen durch Atemaussetzer im Schlaf

15.02.2010 - Schlechter Schlaf ist Ursache für zahlreiche Krankheiten und Beschwerden. Besonders die Schlafapnoe, also häufige Atemaussetzer von mehr als zehn Sekunden Dauer während des Schlafes, kann lebensbedrohlich werden. In einer umfangreichen Studie haben Mediziner und Wissenschaftler aus München und Regensburg jüngst bestätigt, dass diese schwere Form der Schlafstörung auch weit stärker als bisher angenommen zur Entwicklung einer erektilen Dysfunktion bei Männern beiträgt.

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In weiteren Studien wollen die Schlafspezialisten jetzt prüfen, ob die Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms Potenzprobleme auch dann vermindern kann, wenn diese durch andere Erkrankungen mitverursacht sind.

Knapp 70 Prozent der Studienteilnehmer mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) litten gleichzeitig unter einer manifesten erektilen Dysfunktion. Dafür ist laut Studie der nächtliche Sauerstoffmangel maßgeblich mitverantwortlich, der durch die unregelmäßigen Atemstillstände von bis zu einer Minute Länge verursacht wird. Der Sauerstoffmangel wirke sich negativ auf diejenigen Abläufe im Hormonhaushalt und im Nervensystem aus, die für eine Erektion zuständig seien. Außerdem löse der Sauerstoffmangel Weckreaktionen des Körpers als Selbstschutz aus. Die wiederum führten unter anderem zu starker Tagesmüdigkeit, Leistungsschwäche und depressiven Verstimmungen, die sich ebenfalls negativ auf die erektile Funktion auswirkten. Mehr als 400 Patienten waren in die Studie einbezogen, die in Kooperation von der Klinik Donaustauf, dem Universitätsklinikum Regensburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt wurde.

Die Studienergebnisse zeigten laut Uniklinikum Regensburg erstmals, „dass der nächtliche Sauerstoffmangel für sich genommen ebenfalls einen starken, statistisch unabhängigen Zusammenhang mit der erektilen Dysfunktion aufweist“. Nach Angaben von PD Dr. Michael Arzt, an der Studie beteiligter Somnologe des Uniklinikums, leiden OSA-Patienten um so häufiger auch unter erektiler Dysfunktion, je öfter es zu den nächtlichen Atemaussetzern kommt. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber nach Schätzungen sollen bis zu 30 Prozent der männlichen OSA-Patienten auch an Potenzstörungen leiden. Nach älteren Untersuchungen verminderte die Behandlung der Schlafapnoe zum Beispiel mittels CPAP-Nasenmaske gleichzeitige Potenzstörungen in etwa jedem dritten Fall entscheidend.
 
Mehr als drei Millionen Menschen – darunter doppelt so viele Männer wie Frauen - sind nach Schätzungen in Deutschland an Schlafapnoe erkrankt. Die Dunkelziffer soll jedoch mindestens ebenso hoch sein, da vorhandene Symptome oft nicht beachtet oder erkannt werden. Häufigste Hinweise für eine Erkrankung sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen und ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Bei mehr als zehn Atemaussetzern pro Stunde von jeweils mehr als zehn Sekunden Dauer gilt eine Erkrankung am Schlafapnoe-Syndrom als wahrscheinlich. (ing)


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