Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Krankenkasse zahlt 50 Prozent der künstlichen Befruchtung

28.01.2010 - Ärzte schätzen, dass rund jedes siebte deutsche Paar ungewollt kinderlos ist. So unterschiedlich die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch sind, so verschieden sind auch die Behandlungsansätze der Sterilität.

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Ob künstliche Samenübertragung (Insemination), ob Befruchtung im Reagenzglas (IVF/In-vitro-Fertilisation) oder ob Injektion einzelner Samenzellen in einzelne Eizellen (ICSI/Intracytoplasmatischen Spermieninjektion), eine reproduktionsmedizinische Behandlung ist mit erheblichem Aufwand verbunden.
Die Kosten für eine Therapie wie IVF oder ICSI belaufen sich inklusive Nebenkosten etwa für Anästhesie, Medikamente, Kryokonservierung von Eizellen und Spermien sowie die Lagerung befruchteter Eizellen schnell auf einige Tausend Euro. Die eine Hälfte trägt der Patient, die andere Hälfte übernimmt im Normalfall die gesetzliche Krankenkasse.

Der Normalfall ist allerdings laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung an Grundbedingungen geknüpft: So müssen die Paare miteinander verheiratet sein und sie müssen sich zunächst von einem unbeteiligten Arzt detailliert beraten lassen. Für eine Behandlung dürfen nur Ei- und Samenzellen der Eheleute selbst verwendet werden. Wenn aus medizinischer Sicht dann hinreichende Erfolgsaussichten für eine Behandlung bestehen, haben Versicherte vom 25. Lebensjahr an einen Leistungsanspruch. Der endet, wenn die Frau das 40. oder der Mann das 50. Lebensjahr vollendet hat, weil die Erfolgsaussichten danach als zu gering gelten.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt im Normalfall 50 Prozent der Kosten einer festgelegten Anzahl von Befruchtungsversuchen: Bei der künstlichen Samenübertragung ohne eine vorherige Hormonstimulation der Eierstöcke sind es acht, bei der Samenübertragung nach hormoneller Therapie drei. Nur als Alternative zur einfachen Samenübertragung werden IVF oder ICSI bis zu drei Mal genehmigt. (Detaillierte Infos über Unfruchtbarkeit und ihrer Behandlung unter www.frauenaerzte-im-netz.de) Die Geburt eines Kindes steht einer abermaligen künstlichen Befruchtung samt Anspruch auf die Kassenleistungen nicht entgegen, solange die Grundvoraussetzungen weiter erfüllt sind.

Um ungewollt kinderlose Ehepaare finanziell zu entlasten, fördert das Land Sachsen deren Kinderwunsch seit März 2009, sofern sie seit mindestens einem Jahr dort leben. Die erste Behandlung müssen die potenziellen Eltern selbst zahlen, für die zweite und dritte IVF- oder ICSI-Behandlung gibt es jeweils bis zu 900 Euro Zuschuss, für die vierte bis zu 1800. Bedingung ist, dass die Behandlung in Sachsen stattfindet, und dass die Frau nicht älter als 40, der Mann nicht älter als 50 Jahre ist.

Unverheiratete Paare sind von Kassenleistungen für eine künstliche Befruchtung ausgeschlossen. Immerhin hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Frauen, die unverheiratet in einer festen Partnerschaft leben, die Kosten für die künstliche Befruchtung unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen können. (AZ: III R 47/05) Das niedersächsische Finanzgericht hatte dies auch einer 44 Jahre alten Frau zugebilligt, bei der eine natürliche Empfängnis krankheitsbedingt nicht möglich war. (AZ: 15 K 495/08)
(ing)


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