Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Umfrage attestiert Reha-Angeboten nach Prostatakrebs guten Nutzen

28.01.2010 - Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs sind für Betroffene oft mit großen Belastungen verbunden – physischen wie psychischen. Um körperlichen Nebenwirkungen wie Inkontinenz und erektilen Störungen, aber auch seelischen Folgen zu begegnen, können Patienten an Reha-Maßnahmen teilnehmen. Zum Nutzen der Reha hat die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. eine Umfrage unter Mitgliedern von Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen in NRW durchgeführt.

Wichtigstes Ergebnis: Gut 80 Prozent der befragten Männer äußerten über sich über ihre Reha sehr (51 Prozent) oder teilweise (31 Prozent) zufrieden.

„Vor Antritt der Maßnahme waren die Vorstellungen, was eine Reha leisten kann, allerdings sehr diffus und die Erwartungen entsprechend hoch“, sagte Anna Arning von der Krebsgesellschaft NRW. So stand die Linderung möglichst vieler Einschränkungen als Folgewirkungen der Erkrankung, vor allem die häufig auftretende Inkontinenz und die verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, weit vorn.
Die Bewegungsangebote wurden von der Mehrheit als hilfreich eingestuft. 70 Prozent der Befragten war in ihrer Reha ein Beckenbodentraining, 60 Prozent eine spezielle Krankengymnastik, jedoch nur 30 Prozent auch ein Ausdauer- und Fitnesstraining angeboten worden. Wer in seiner Reha-Klinik an Fitnessübungen teilnehmen konnte, sprach diesen einen ebenso hohen Nutzwert wie den anderen Bewegungsangeboten zu.
Auch die Informationsangebote in der Reha wurden überwiegend positiv bewertet. Jedoch schienen die Informationen zur erektilen Dysfunktion „für diejenigen, die sich davon eine Besserung versprachen, nur selten hilfreich gewesen zu sein“, so Anna Arning. Das Thema interessierte in der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen mehr als 65 Prozent der Befragten, bei den über 66-Jährigen waren es dagegen deutlich weniger.

Die Angebote der Reha-Kliniken sind heute breit gefächert: Individuell abgestimmt auf jeden Patienten reichen sie von Krankengymnastik und andere Bewegungsangeboten über Ernährungsberatung und Kommunikationstrainings bis hin zu verschiedenen Informationsangeboten und psychosozialer Beratung. Die Umfrage zeigte, dass Patienten aber auch Verbesserungswünsche haben: etwa die Ausweitung von Fitnessübungen in der Reha sowie mehr Informationen über Möglichkeiten zum Reha-Sport in Wohnortnähe. Die „Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung der Träger der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung im Lande Nordrhein-Westfalen“ will auf die Befragung reagieren und die Reha-Angebote noch stärker auf den Bedarf der Patienten ausrichten. (ing)

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage stehen im Internet unter www.krebsgesellschaft-nrw.de/d_service/b_runterladen zur Verfügung.


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