Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Einfach und effektiv: Vakuumpumpe gegen Erektionsprobleme

17.12.09. - Auch in Zeiten der bevorzugt medikamentösen Therapie von Potenzproblemen bei Männern ist der Einsatz einer Vakuumsaugpumpe weiterhin eine gute Alternative bei der Behandlung von Erektionsstörungen.

Größte Vorteile dieser mechanischen Erektionshilfe: Bei korrektem Einsatz ist sie nahezu frei von Nebenwirkungen, da sie nur äußerlich angewandt wird. Zudem können Vakuumpumpen bei praktisch jeder Form erektiler Dysfunktion eingesetzt werden, auch von Patienten, die aus medizinischen Gründen keine PDE-5-Hemmer nehmen können.
Die Vakuumpumpe ist vor allem auch für Patienten nach Prostataoperationen geeignet, um die Erektionsfunktion wiederherzustellen. Professor Dr. Frank Sommer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zitiert Studien, nach denen „der frühe Gebrauch der Vakuumpumpe bei 80 Prozent der Patienten nach radikaler nervschonender Prostatektomie zu verbesserten Erektionen“ führte. Bei knapp einem Drittel der Patienten habe die Pumpentherapie bereits neun Monate nach der Operation auch zur Rückkehr spontaner Erektionen geführt.
Deutschlands einziger Professor für Männergesundheit sieht in der Anwendung der Vakuumpumpe auch eine Unterstützung für die penile Rehabilitation. Ein täglich 20-minütiges Schwellkörpertraining wirke der Schrumpfung des Penis entgegen, die nach einer Prostatektomie ohne entsprechende Maßnahmen im Durchschnitt einen Längenverlust von zwei Zentimetern ausmachen könne.

Das Funktionsprinzip dieser mechanischen Erektionshilfe ist einfach: In einem Zylinder, der über den Penis gesteckt wird, wird mit einer angeschlossenen Pumpe ein Unterdruck erzeugt. Dadurch strömt Blut in die vom Unterdruck erweiterten Schwellkörper und bildet eine Erektion aus. Um den Abfluss des Blutes aus den Schwellkörpern zu verhindern, wird abschließend ein gummierter Schnürring um die Penisbasis gespannt. Solange der Ring angelegt ist, bleibt die Erektion erhalten. Um Durchblutungsstörungen des Penis zu vermeiden, sollte der Ring jedoch spätestens nach 30 Minuten wieder abgenommen werden. Von gelegentlichen leichten Hauteinblutungen abgesehen, ist die Komplikationsquote beim sachgemäßen Einsatz gut regelbarer Vakuumpumpen gering. Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung wird auf ein höheres Risiko von Hämatombildungen hingewiesen. 

Erste Vakuumpumpen wurden bereits vor rund 100 Jahren zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt, aber erst vor gut 30 Jahren setzten sich moderne Systeme auf breiterer Basis als Therapieform durch. Die Vakuumpumpe ist einfach  zu handhaben, effektiv und vergleichsweise preisgünstig. Denn anders als bei Viagra & Co. werden die Kosten für eine Vakuumsaugpumpe in den meisten Fällen körperlich bedingter Erektionsstörungen von den Krankenkassen übernommen. Dennoch stößt die Pumpentherapie nicht bei allen Patienten auf uneingeschränkte Akzeptanz. Häufiger Grund für die Ablehnung mancher Paare sind emotionale Schwierigkeiten mit der Ästhetik der Anwendung. (ing)

Quellen: Anrologen Info 10/11 2009 und Ärzte Zeitung

 


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