Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Studie: Erektile Dysfunktion bei Diabetikern dreimal häufiger

31.03.2010 - Männer mit Diabetes sind besonders häufig von erektiler Dysfunktion betroffen. Nach einer Studie aus Italien betraf dies rund 60 Prozent der dabei untersuchten Typ-2-Diabetiker. Ziel der Forscher von der Zweiten Universität Neapel war es, den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und Erektionsstörungen sowie dessen Häufigkeit zu evaluieren.

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Erstes Fazit der im Februar 2010 im „International Journal of Impotence Research“ veröffentlichten Studie: Diabetiker sind dreimal so häufig von Potenzproblemen betroffen wie Männer ohne Diabetes. Dabei spielt außer dem Lebensalter besonders die Dauer der Diabeteserkrankung eine wichtige Rolle. Jedoch müssen auch Diabetiker nicht auf ein befriedigendes Sexualleben verzichten, denn erektiler Dysfunktion begegnet die Urologie heute mit einem breiten Spektrum therapeutischer Optionen.

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, in deren Folge der Blutzuckerspiegel stetig zu hoch ist (Hyperglykämie). Ein reiner Mangel an Insulin (Typ 1) sowie bei Typ 2 zusätzlich eine Unempfindlichkeit der Zellen gegen Insulin sind die Hauptursachen. In Deutschland sollen rund 95 Prozent der geschätzt sechs Millionen Diabetiker unter Typ 2 leiden. Nach Ansicht des Urologen Dr. Christian Leiber, Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg, verursacht der Diabetes die Potenzprobleme bei Männern dadurch, dass die hohen Zuckerwerte die Gefäße schädigen und die Blutzufuhr in die Schwellkörper des Penis beeinträchtigen. Hoher Blutdruck und schlechte Blutfettwerte griffen die Gefäße ebenfalls an. Zudem können nach länger unbehandelter Diabetes-Erkrankung die Genitalnerven, die die Erektion steuern, ihre volle Funktion verlieren.

Wichtigste Voraussetzung für die Behandlung von Impotenz bei Diabetikern ist laut Dr. Leiber eine möglichst normale Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfett. Auch Bewegung und der Abbau von Übergewicht seien sehr wichtig. Das bestätigte auch die italienische Studie, deren gut 550 männliche Teilnehmer im Alter zwischen 35 und 70 Jahren allesamt deutlich übergewichtig waren.

In zahlreichen Fällen wird die Behebung von Erektionsstörungen bei Diabetikern dann mit Tabletten-Wirkstoffen wie Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil unterstützt werden können, so Dr. Leiber. Allerdings nicht in allen Fällen: Auch die Forscher aus Neapel stellten fest, dass Diabetiker nicht so stark auf die orale Behandlung ansprachen, wie Männer ohne Diabetes. Jedoch gibt es etwa mit der Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT), mit mechanischen Hilfsmitteln wie der Vakuumpumpe und Penisringen oder auch mit chirurgischen Eingriffen weitere therapeutische Möglichkeiten, um nicht auf ein befriedigendes Sexualleben verzichten zu müssen. 

In jedem Fall sollte den Ursachen von erektiler Dysfunktion durch den Urologen nachgegangen werden, denn sie ist oft der erste Hinweis auf Schädigungen des Gefäßsystems. Die Durchblutung aller Organe sollte abgeklärt werden, um schwerwiegende Folgen von Gefäßverkalkungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern zu können. (ing)


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