Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Genetischen Ursachen von Prostatakrebs auf der Spur

16.02.2011 - Deutsche Forscher wollen die genetischen Grundlagen von Prostatakrebs entschlüsseln. Hinweise auf die erblichen Ursachen erhoffen sie sich dabei besonders von der Untersuchung jüngere Patienten. Das aufwändige Projekt soll dazu beitragen, neue Biomarker für die Diagnose und neue Therapieansätze für Prostatakrebs zu finden.

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Die Untersuchungen werden vom Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet. Die Forschung ist Teil des Großprojektes Internationales Krebsgenomkonsortium.

Prostatakrebs gilt üblicherweise als Erkrankung älterer Männern. Die deutliche Mehrzahl der rund 60.000 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland fällt auf Männer jenseits der 50, rund acht Prozent sind jünger – zumindest unter den Patienten der Martini-Klinik am UKE. Aus der Patientenschaft dieser Spezialklinik für Prostatakrebs rekrutieren sich die 250 höchstens 50-jährigen Teilnehmer der Untersuchung. Das Erbgut ihrer Tumorzellen soll mit den Gensequenzen ihrer gesunden Zellen verglichen werden. Dadurch sollen Genmutationen aufgespürt werden, die den Krebs verursachen und vorantreiben.  

Ärzte und Molekularbiologen gehen davon aus, dass eine frühe Erkrankung an Prostatakrebs eher auf erbliche Ursachen zurückzuführen ist. Außerdem vermuten sie, dass früh auftretender Prostatakrebs eine Sondergruppe der Erkrankung sein könnte, in der eine kleinere Zahl genetischer Veränderungen als sonst üblich als Auslöser des Krebses wirken könne. Sie hoffen, so genannte „Treiber-Mutationen” zu entdecken, die den Krebs besonders stark begünstigen.

Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,5 Millionen Euro gefördert. Es ist Teil des Internationalen Krebsgenomkonsortiums (ICGC), einem der weltweit größten interdisziplinären Projekte der Biomedizin, das die molekularen Ursachen von Krebserkrankungen klären will. Ziel des ICGC ist es, die charakteristischen Erbgutveränderungen von mindestens 50 verschiedenen Krebsarten zu analysieren. Es sollen genetische „Landkarten“ von Krebszellen erstellt werden, mit deren Hilfe künftig Krebserkrankungen früher und genauer diagnostiziert werden können. Zugleich soll damit die Entwicklung neuer zielgenauer Therapieansätze mit geringeren Nebenwirkungen möglich werden. Bislang sind gut 20 Staaten an dem Großprojekt beteiligt. (ing)


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