Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Aktiv für Jungengesundheit!

05.12.2011 – Mehrere Jahrzehnte Frauenförderungen zeigen Wirkung: Beim Thema Bildung und Gesundheit sind Frauen die Siegerinnen im Geschlechtervergleich. Mädchen sind besser in der Schule, machen häufiger Abitur und studieren. Frauen leben gesünder, rauchen weniger und konsumieren seltener Drogen. Sie haben weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gehen häufiger zum Arzt und nutzen die Krebsfrüherkennung öfter als das vermeintlich starke Geschlecht. Dabei sind Jungen, laut Experten, häufiger krank als Mädchen, und ab der Pubertät ist ihr Unfallrisiko drei bis vier Mal höher.

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Aber auch chronische Erkrankungen kämen nach Erkenntnissen der Berliner Charité in den meisten Altersgruppen bei Jungen fast doppelt so oft vor wie bei Mädchen. Im Erwachsenenalter ist die Suizidrate bei Männern dreimal höher als bei Frauen. Verlierer beim Vergleich des durchschnittlichen Lebensalters bleiben erwartungsgemäß weiter die Jungen: Die Lebenserwartung neugeborener Jungen beträgt aktuell 77 Jahre, die neugeborener Mädchen 82 Jahre.
 
In der Konsequenz sorgen sich Bildungsforscher, Soziologen und Mediziner inzwischen vermehrt um das Wohl der Jungen; um vergleichbare Versorgungsstrukturen und männliche Gesundheitskompetenz. So beklagten Kinder- und Jugendärzte kürzlich, dass infolge des hohen Frauenanteils unter Lehrern und Ärzten den spezifischen Bedürfnissen von Jungen nicht mehr Rechnung getragen werden könne. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) bemühte sich bereits in der jüngeren Vergangenheit mit Pressemitteilungen um Aufklärung der Öffentlichkeit, insbesondere von Eltern und Kinderärzten. Dies sei besonders wichtig, da urologische Erkrankungen von Jungen oft die Geschlechtsorgane beträfen und daher tabuisiert würden, so DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. 

Mit Blick auf Hodenkrebs, dem häufigsten bösartigen Tumor junger Männer, riet die DGU deshalb, Jungen ab 14 Jahren zur Selbstuntersuchung anzuhalten. (http://www.urologenportal.de/1021.html) 
Weiter klärte die DGU über das sogenannte Klinefelter-Syndrom auf -  einer Chromosomenstörung bei Jungen, die unbehandelt zu Unfruchtbarkeit, Testosteronmangel, Erektionsstörungen, Osteoporose und Diabetes mellitus führen kann. (http://www.urologenportal.de/1279.html) Ein Aufklärungsvideo der Deutschen Klinefelter-Syndrom Vereinigung e.V. entstand mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.. 
Dass die Behandlung eines Hodenhochstands frühzeitig eingeleitet und wenn möglich zum ersten Geburtstag abgeschlossen sein sollte, publizierte die DGU ebenfalls in einer Pressemiteilung.
(http://www.urologenportal.de/1268.html)

Darüber hinaus finden Jungen und ihre Eltern hier auf der offiziellen Website von DGU und Berufsverband der Deutschen Urologen zahlreiche online-Beiträge von geschlechtspezifischem Interesse, zum Beispiel über Phimose oder Beschneidung. 

Aktuell unterstützt die DGU unter anderem in Person von Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch den Aufbau eines Männergesundheitsportals der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), das 2012, analog zum Frauengesundheitsportal der BzgA, online gehen soll und sich natürlich auch der Gesundheit von Jungen widmet.

Parallel dazu engagiert sich der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. verstärkt dafür, die Zielgruppe über Jugendportale im Internet zu erreichen. Pressesprecher Dr. Wolfgang Bühmann: „Mit fundierter Sexualaufklärung zum Beispiel auf  BRAVO.de erreichen wir die Jungen in sehr großer Zahl, können Ängste vor dem Arztbesuch nehmen und Tabus aufweichen.“ 


Pressestelle

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