Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Internet: Kostenlose Übersetzungen für „Medizinerlatein“

29.11.2011 - So einfach wie der Grundgedanke, so durchschlagend ist der Erfolg: Medizinstudenten übersetzen medizinische Befunde in eine verständliche Sprache – kostenlos und streng vertraulich. Das neue Internetprojekt „washabich.de“ ist Anfang des Jahres an der Technischen Universität (TU) Dresden initiiert worden. Es hilft Patienten, die mit „Medizinerlatein“ nicht vertraut sind, ärztliche Beurteilungen ihres Gesundheitszustands oder Untersuchungsergebnisse zu verstehen und die sich daraus ergebenden möglichen Folgen eher einordnen zu können.

© Ioana Davies (Drutu) - Fotolia.com

Der Bedarf ist groß: Inzwischen gehen mehr als 150 Befunde pro Woche ein. Bei dem Angebot geht es ausschließlich um Übersetzungen in eine laienverständliche Sprache, nicht um Beratung.

Anders als früher wollen Patienten heute stärker in Behandlungsentscheidungen einbezogen werden. Dies setzt ein zumindest verbales Verständnis der Fakten und Umstände voraus. Egal ob Arztbrief, Laborbefund und Ergebnis von Röntgen- oder CT-Untersuchung, jeder medizinische Befund kann online zur Übersetzung an „washabich.de“ gesendet werden. Nach einer Anmeldung bei dem Internetportal können dort ganze Befunde oder auch nur unverstandene Passagen direkt eingegeben sowie alternativ eingescannt oder abfotografiert als Datei hochgeladen werden.       

Der Andrang auf den Service ist groß, aber in der Regel kommt binnen weniger Tage per E-Mail die Übersetzung. Möglich ist das dadurch, weil aus den anfangs wenigen beteiligten Medizinstudenten der TU Dresden inzwischen ein Team von mehr als 220 Helfern geworden ist, die von medizinischen Fakultäten aus allen Regionen der Bundesrepublik kommen. Überwiegend handelt es sich um Studenten in höheren klinischen Semestern, die diese Arbeit als sinnvolle Vorbereitung auf ihre Staatsexamen betrachten. Aber auch Ärzte sind dabei. Für den Umgang mit den Daten besteht die gleiche Pflicht zur Verschwiegenheit wie beim Arztbesuch.

Ebenfalls wie beim Besuch in der Arztpraxis gibt es auch bei „washabich.de“ ein Wartezimmer. Bei ausgelasteten Kapazitäten werden die Anfragenden in chronologischer Abfolge per E-Mail informiert, wenn sie ihren Befund übermitteln können. Die Internetadresse des Portals: https://washabich.de
(ing)


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