Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Väter haben weniger Testosteron

29.11.2011 - Vaterschaft macht Männer ruhiger und sozialer: Sie produzieren weniger Testosteron als ihre kinderlosen Geschlechtsgenossen. Das hat die Studie eines internationalen Forscherteams ergeben, über die im US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichtet wird.

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Danach wurden bei Männern, insbesondere wenn sie das erste Mal Vater geworden waren, um bis zu 26 Prozent niedrigere Werte des Geschlechtshormons gemessen als vor der Vaterschaft. Die Wissenschaftler werten die Studienergebnisse als ersten Beleg dafür, dass auch Männer einen Hormon- und Gehirnstoffwechsel entwickelt haben, der mit den Erfordernissen und Merkmalen einer fürsorglichen Elternschaft korreliert. 

An der Studie waren 465 männliche Singles von den Philippinen beteiligt, deren Familienstand und Hormonwerte im Abstand von viereinhalb Jahren zwei Mal geprüft wurden. Dabei wurde unter anderem auch festgestellt, dass Männer mit anfänglich hohem Testosteronwert später besonders häufig in einer festen Beziehung lebten und Vater geworden waren. Weiter fiel auf, dass besonders die Väter, die sich täglich mindestens drei Stunden um den Nachwuchs kümmerten, deutlich niedrigere Testosteronwerte hatten. "Das stützt die Hypothese, dass die direkte Interaktion mit dem Kind die Ausschüttung von Testosteron hemmt", so die Wissenschaftler, die unter anderem an der Northwestern-Universität im US-Bundesstaat Illinois arbeiten.
"Frühere Studien konnten nicht klären, ob Vaterschaften selbst den Testosteronspiegel senken oder ob doch eher die Männer Vater werden, die weniger von diesem Geschlechtshormon besitzen", sagt Studien-Mitautor Christopher W. Kuzawa. Jetzt habe man erstmals belegt, dass die Vaterschaft selbst den Effekt auslöse. Zu den ursprünglichen Aufgaben des „Männlichkeitshormons“ Testosteron gehört die Steigerung der Fortpflanzungschancen. Es fördert sexuelles Verlangen, imponierenden Muskelaufbau sowie aggressives Konkurrenzverhalten. Niedrigere Testosteronpegel können dagegen gleichmütigeres und sozialeres Verhalten begünstigen. Die Forscher sehen in den Ergebnissen ihrer Studie auch gesundheitliche Aspekte: So sei dadurch möglicherweise erklärbar, warum Familienväter seltener als ihre kinderlosen Geschlechtsgenossen an bestimmten Krankheiten litten. Männer mit viel Testosteron neigten nach Ansicht der Wissenschaftler eher zu potenziell gesundheitsschädlichem Verhalten. Zudem steigerten hohe Testosteronwerte etwa auch das Risiko für Prostatakrebs und erhöhte Blutfettwerte. Die Forscher sehen in ihrer Studie Hinweise für positive Gesundheitseffekte von Vaterschaften. 
(ing)


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