Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Erstmals wissenschaftlich belegt: Physiotherapie verkürzt die Zeit der Inkontinenz nach Prostata-Operation

28.02.2012. Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln analysierten 25 randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit insgesamt über 2.500 Prostatakarzinompatienten zur Wirksamkeit von Physiotherapietraining auf das Kontinenzverhalten nach der operativen Entfernung der Prostata. Demnach belegen die Studien, dass ein gezieltes Schließmuskel- und Beckenbodentraining das Risiko und die Dauer einer Inkontinenz als möglicher Folge einer Prostatakrebsoperation nachweislich senkt.

Patienten mit regelmäßigem Training konnten sowohl Inkontinenz, Fatigue, Muskelkraft, Lebensqualität als auch Fitness signifikant gegenüber Patienten ohne Training verbessern. Dabei gilt, je früher ein Patient mit den Übungen beginnt, desto besser verläuft die Regeneration. Daher sollte möglichst schon zwei Tage nach Entfernung des Katheters mit dem Training begonnen werden. Geduld ist allerdings gefragt: Das angestrebte Therapieziel Kontinenz wird nach der vorliegenden Studienlage oft erst nach etwa sechs Monaten regelmäßigen Trainings erreicht.
Die Autoren unterstreichen den therapeutischen Vorteil professionell angeleiteter Physiotherapie gegenüber selbständig durchgeführten Übungen. Zur Wirksamkeit weiterer Therapiemethoden wie Biofeedback oder Elektrostimulation konnten die Wissenschaftler noch keine Angaben machen. Auch bezüglich der Übungsauswahl im Hinblick auf deren Effektivität seien weitere Untersuchungen nötig.


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