Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Klingelmatte hilft gegen Bettnässen von Kindern

26.06.2012. Was tun, wenn Kinder immer wieder ins Bett nässen? Eltern beginnen zu verzweifeln, wenn ihr Nachwuchs selbst im Alter von acht oder neun Jahren nachts das Wasser nicht halten kann. Ebenso leiden die Kinder und ihr Selbstwertgefühl unter der Situation. Das Verständnis der Eltern ist gefordert, Vorwürfe oder gar Drohungen verschlimmern das Problem nur.

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Wenn der Urologe keine eindeutigen gesundheitlichen Ursachen des nächtlichen Einnässens diagnostizieren und entsprechend behandeln kann, gibt es verschiedene Ansätze, um Abhilfe zu schaffen: Sie reichen von Änderungen des Lebensstils über die Einnahme von Medikamenten bis hin zum Einsatz von Alarmsystemen. Besonders Bettnässer-Alarmsysteme wie Klingelmatten und Klingelhosen scheinen auf Dauer den besten Nutzen zu bringen.
 
Bei Kindern bis zu vier Jahren ist das nächtliche Einnässen (Enuresis nocturna) völlig normal, weil sie die Blasenfunktion noch nicht zuverlässig steuern können. Folglich sollten Alarmsysteme frühestens ab einem Alter von fünf Jahren eingesetzt werden. Durch eine Klingelmatte oder eine Klingelhose soll das Kind lernen, auch im Schlaf auf die Signale der Harnblase zu achten. Bei den ersten Urintropfen geben Matte oder Hose einen deutlichen Klingelalarm ab, so dass das Kind erwachen und zur Toilette gehen kann.

Der Einsatz des Alarmsystems muss mindestens sechs bis acht Wochen durchgeführt werden, mehr als 16 Wochen sind jedoch nicht sinnvoll. In dieser Zeit müssen Mutter oder Vater im selben Zimmer wie das Kind schlafen und es bei jedem Klingelsignal gründlich aufwecken und zur Toilette bringen. Nur so lernt das Kind allmählich, im tiefen Schlaf seine gefüllte Blase selbst wahrzunehmen. Systematische Beobachtungen ergaben, dass bei korrekt durchgeführter Anwendung etwa zwei Drittel aller Kinder nach sechs bis 16 Wochen in 14 aufeinander folgenden Nächten nicht mehr einnässten. Ohne ein solches Hilfsmittel klappte dies bei nur vier Prozent der Kinder.

Nach einer großen britischen Studie, die im April 2012 vom Canadian Medical Association Journal online gestellt wurde, kommt es selbst bei Neunjährigen nicht selten vor, dass sie nachts den Harn nicht halten können. Bei etwa jedem zwölften Kind dieser Altersgruppe passiert dies mindestens zwei Mal in der Woche. Nach einer amerikanischen Studie spielt  genetische Vorbelastung dabei eine wichtige Rolle. Zudem werden übermäßige nächtliche Urinbildung, eine überaktive Blase und ein sehr tiefer Schlaf für das Dilemma mitverantwortlich gemacht. Eine eindeutige Erklärung der Pathophysiologie des Bettnässens steht jedoch bis heute aus.  (wg)


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