Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

10-Euro-Praxisgebühr ab 1. Januar 2013 nicht mehr fällig

01.12.2012. Vom 1. Januar 2013 an müssen Patienten beim ersten Arztbesuch nicht mehr die bislang üblichen 10 Euro Praxisgebühr im jeweiligen Quartal zahlen. Ebenso wird dann diese zusätzlich beim Zahnarzt, beim Psychotherapeuten sowie beim ärztlichen Notdienst fällige 10-Euro-Quartalsgebühr gestrichen. Das hat der Bundestag am 9. November 2012 einstimmig beschlossen. Die Milliardenüberschüsse der Krankenkassen machten es möglich.

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Für die Patienten bedeutet der Beschluss neben der finanziellen Ersparnis auch, dass sie ab 1. Januar 2013 wieder direkt zum Facharzt gehen können, ohne vorher eine Überweisung ihres Hausarztes einholen zu müssen. Überweisungen werden jedoch weiterhin nötig sein, wenn der behandelnde Arzt für erforderliche diagnostische oder therapeutische Leistungen einen anderen Facharzt hinzuzieht.

Die Praxisgebühr war 2004 mit dem Ziel eingeführt worden, eine Steuerungswirkung auf die Häufigkeit der Arztbesuche der Deutschen und damit eine finanzielle Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen zu erreichen. Dieses Ziel wurde verfehlt, denn es wurde nur unwesentlich seltener zum Arzt gegangen. Stattdessen wurden Praxen, die die Gebühr für die Krankenkassen einziehen mussten, mit zusätzlicher Bürokratie belastet, im Schnitt etwa 120 Arbeitsstunden pro Praxis und Jahr. Die Kostenschätzung für den gesamten Verwaltungsaufwand der Praxisgebühr belief sich auf etwa 300 Millionen Euro im Jahr.

Durch die Praxisgebühr sind bislang jährlich rund zwei Milliarden Euro in die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung gespült worden. Diese ab 1. Januar 2013 fehlenden Einnahmen sollen mit Mitteln aus dem Gesundheitsfonds ausgeglichen werden. Derzeit steht dort genügend Reserve zur Verfügung. Die Rücklagen der gesetzlichen Krankenversicherung betragen derzeit rund 20 Milliarden Euro. Kritiker der Abschaffung der Praxisgebühr hatten argumentiert, die Einnahmen direkt in die gesundheitliche Versorgung fließen zu lassen sowie die Reserven der Krankenkassen für konjunkturschwache Zeiten zu bewahren, da in solchen Zeiten andernfalls wieder mit der Erhebung von monatlichen Zusatzbeiträgen der Krankenkassen zu rechnen sei.

 


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