Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

7600 Patienten gesucht! Deutsche Prostatakrebsstudie „PREFERE“ startet

12.11.2012. Mit der deutschen Prostatakrebsstudie „PREFERE“ geht in diesen Wochen eines der international größten Forschungsprojekte der urologischen Krebsforschung an den Start.

Das Ziel von PREFERE

Die bundesweite Studie soll die als geeignet geltenden Behandlungsmethoden für das Niedrigrisiko-Prostatakarzinom erstmals mit dem Instrumentarium der evidenzbasierten Medizin vergleichen. Die aktuelle S3-Leitlinie benennt vier Behandlungsmethoden für das lokal begrenzte Prostatakarzinom: die operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie), die Bestrahlung von außen (perkutane Strahlentherapie), der Bestrahlung von innen mittels implantierter „Seeds“ (Low-dose-rate-Brachytherapie) und die Strategie der aufmerksamen Beobachtung (Active Surveillance). Bisher ist weder die Überlegenheit, Unterlegenheit oder Gleichwertigkeit einer dieser in Betracht kommenden Alternativen belegt. Diese Wissenslücken sollen mithilfe der prospektiv randomisierten PREFERE-Studie geschlossen werden.

Studienablauf


Bei einer solchen Studie erfolgt die Entscheidung über die einzuschlagende Behandlung zufallsgesteuert („randomisiert“), weil nur die Randomisierung eine Ungleichverteilung wichtiger (und zwar bekannter und unbekannter) Prognosefaktoren zwischen den Vergleichsgruppen verhindern kann. Nur die randomisierte Studie erlaubt also eine wissenschaftlich belastbare Aussage zum Stellenwert der getesteten Behandlungsalternativen.

Um dem Patienten die Zustimmung zu einer solchen zufallsgesteuerten Entscheidungsfindung zu erleichtern, soll die Studie zugleich präferenzbasiert durchgeführt werden: Das bedeutet, dass die betroffenen Patienten eine, im Extremfall auch zwei Behandlungsalternativen vor dem Randomisierungsverfahren abwählen können, wenn diese für sie völlig inakzeptabel wären. Sie würden dann im Rahmen von Teilstudien randomisiert, in denen nur die verbleibenden drei oder auch nur zwei Alternativen zufallsgesteuert miteinander verglichen werden.

 

Unterstützer

Höchste Vertreter und Institutionen des deutschen Gesundheitswesens unterstützen die Studie mit Nachdruck. Dazu gehören der GKV-Spitzenverband, der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V., der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) und die Deutsche Krebshilfe e.V.. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. sowie die federführenden medizinischen Fachgesellschaften, die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V., werden alle notwendigen Anstrengungen für ein Gelingen der Studie gemeinsam verfolgen.

 

Zeitplan

Erste Studienteilnehmer wurden im Saarland bereits in die Studie aufgenommen. Im ersten Quartal 2013 soll die PREFERE-Studie dann bundesweit anlaufen. Insgesamt werden 7600 Patienten für die Studie benötigt, die flächendeckend in rund 100 besonders qualifizierten, ausgewählten Zentren im Rahmen des Studienprotokolls behandelt werden.

Der offizielle Studienstart wird von einer konzertierten Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden. Voraussichtlich im Januar 2013 wird die Studie der breiten Öffentlichkeit in Anwesenheit des Schirmherrn und Präsidenten der Deutschen Krebshilfe, Fritz Pleitgen, in den Räumen der Bundespressekonferenz vorgestellt werden.

 

Interessierte Prostatakrebspatienten können sich an Ihren behandelnden Urologen oder an die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. unter Tel: 030-32 29 32 946 wenden.

Weitere Informationen: http://www.krebsgesellschaft.de/wub_dkg_prefere_studie,40500.html

 

 


Pressestelle

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