Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Vorsicht beim Frühjahrsputz in Scheunen, Schuppen und Kellern: Hantaviren gefährden die Nieren

14.05.2013. Tief durchatmen beim Frühjahrsputz in Scheunen, Schuppen und Kellern kann gefährlich werden. Der Grund sind mit dem Hantavirus infizierte Mäuse, die ihrerseits krankmachenden Speichel, Kot und Urin hinterlassen. Das Einatmen von infiziertem Staub genügt für die Ansteckung, und die Fälle in Deutschland häufen sich. Eine Hochburg ist zum Beispiel Baden-Württemberg. 2011 wurden dort 130 Fälle von Hantavirus-Infektionen bekannt. Im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf 1800 Fälle. 65 Prozent der Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden.

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Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Obwohl die meisten Infektionen unbemerkt verlaufen, kann das Hantavirus zu einem hämorrhagischen Fieber mit inneren und äußeren Blutungen, Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen führen. Aus den USA wurden erst im vergangenen Jahr wieder Todesfälle bekannt, bei denen sich die Opfer im Yosemite-Nationalpark infiziert hatten. Ursache war ein gefährlicher Hantavirus-Typ, der nur auf dem nordamerikanischen Kontinent verbreitet ist und ein anderes Krankheitsbild auslöst als die in Deutschland vorkommenden Hantaviren. In Mitteleuropa verläuft die Krankheit meist harmloser, aber dennoch sollte bei Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Die größte Ansteckungsgefahr besteht in bewaldeten Gebieten, aber auch in Städten ist das Risiko, in Kontakt mit den Hinterlassenschaften infizierter Nager zu geraten, nicht zu ignorieren. Als Hauptüberträger gelten in Deutschland Brand- und Rötelmäuse, aber auch Spitz- und Wühlmäuse sowie Wanderratten können Hantavirenträger sein.

Die Krankheit beginnt grippeähnlich, mit drei bis vier Tage dauerndem hohem Fieber, gefolgt von Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Danach können innere Blutungen einsetzen und die Nieren geschädigt werden.

Die beste Schutzmaßnahme ist, Häuser, Scheunen, Schuppen und Keller Nagetierfrei zu halten. Handschuhe und Mundschutz beim Beseitigen der Tiere und ihrer Spuren verringern die Ansteckungsgefahr. Tipps für den Umgang mit potenziell krankmachenden Nagern gibt es unter anderem bei den Gesundheitsämtern. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt.html

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle

 


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