Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Abspecken als Therapiemaßnahme: Gewichtsreduktion lindert Harninkontinenz deutlich

06.05.2013. Die neuen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaft für Urologie (European Association of Urology, EAU) zur konservativen Behandlung der Harninkontinenz empfehlen die Reduktion von Übergewicht seit 2012 ausdrücklich: Abspecken erhält darin sogar den Empfehlungsgrad A.

In Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an einer Form der Harninkontinenz. Am häufigsten sind die Belastungsinkontinenz und die Dranginkontinenz. Belastungsinkontinenz bedeutet Urinverlust bei ganz alltäglichen körperlichen Anstrengungen wie Heben, Bücken, Lachen, Husten, Niesen, Springen oder beim Sport. Bei der Dranginkontinenz kann der Urinabgang infolge eines überfallartigen Harndrangs nicht unterdrückt werden. Die Symptome beider Inkontinenzformen können auch gleichzeitig als Mischinkontinenz auftreten.

Bei Frauen ist die Belastungsinkontinenz die häufigste Form der Blasenschwäche und betrifft auch jüngere Frauen. Ursachen sind meist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und eine Funktionsstörung des Blasenschließmuskels in Folge von Übergewicht, chronischem Husten und Obstipation sowie Schwangerschaft und Geburt oder Hormonmangel in den Wechseljahren.

Zu Beginn der Behandlung ist zunächst abzuklären, welche Form der Inkontinenz vorliegt. Im Gespräch zwischen Arzt und Patient/Patientin wird auch nach einem möglichen Einfluss von Genussmitteln und Medikamenten gefragt. Alkohol, Kaffee und Entwässerungsmittel, sogenannte Diuretika, können das Risiko unwillkürlichen Harnverlustes erhöhen. Außerdem führen blutdrucksenkende Alphablocker als Nebenwirkung oftmals zu Belastungsinkontinenz. Übergewicht gilt darüber hinaus als erheblicher Risikofaktor. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. erhöht eine hochkalorische Ernährung das Inkontinenzrisiko um das 3-Fache. Abspecken dagegen lohnt sich: Eine Gewichtsreduktion von 5-10 Prozent halbiert die Anzahl der wöchentlichen Inkontinenzepisoden.

Neben der Änderung des Lebensstils empfehlen die Leitlinien der europäischen Fachgesellschaft bei Belastungsinkontinenz vor allem ein professionell geleitetes Beckenbodentraining. Darüber hinaus stehen zur konservativen Behandlung der Harninkontinenz zahlreiche weitere Behandlungsverfahren und medikamentöse Therapien zur Verfügung. Operative Therapien ergänzen das Spektrum.

Durch geeignete Abklärung und Therapie können 80 Prozent der Patienten, die unter Harninkontinenz leiden, geheilt werden und bei den restlichen 20 Prozent lässt sich durch eine gute Hilfsmittelversorgung der Alltag erträglicher gestalten.

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle


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