Autor: Redaktion|Veröffentlicht am 19. Dezember 2006|Aktualisiert am 26. Mai 2017

Forscher: Genetischer Mechanismus verursacht Prostatakrebs bei jüngeren Männern

11.03.2013. Prostatakrebs gilt gemeinhin als typische Erkrankung älterer Männer: Aber etwa zwei Prozent der in Deutschland jährlich neu erkrankten rund 67.000 Männer sind bei der Diagnose noch keine 50 Jahre alt. Jetzt haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) einen genetischen Mechanismus identifiziert, der für die frühe Entstehung von Prostatakrebs verantwortlich ist. Die Forscher sind zuversichtlich, dass ihre Erkenntnisse die Diagnostik und Therapie der Erkrankung verbessern sowie erstmals auch eine Prävention ermöglichen könnten.

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Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler das Erbgut der Prostata-Tumoren jüngerer Erkrankter und verglichen diese Ergebnisse mit den entsprechenden Erbinformationen der Krebsgeschwülste älterer Patienten. Es zeigte sich, dass früh auftretender Prostatakrebs durch eine relativ kleine Anzahl genetischer Veränderungen gekennzeichnet ist. „Es sind nur winzige Brüche im Erbgut, welche die Zellen anfällig für Krebs machen“, erläutert Prof. Dr. Thorsten Schlomm, leitender Arzt der Martini-Klinik, dem Prostatakrebszentrum des UKE. Diese Brüche entstünden an spezifischen Stellen der DNA, wenn das männliche Geschlechtshormon Testosteron auf die Zellen einwirkt. Sie führten dazu, dass bis dahin inaktive Krebsgene durch den hormonellen Einfluss aktiviert werden. Anders bei älteren Erkrankten: Dort zeigten sich vor allem Abnormalitäten, die nicht aus diesen hormonellen Einflüssen resultierten.

Diese Unterschiede wurden in Untersuchungen an mehr als 10.000 in der Martini-Klinik operierten Patienten bestätigt und in der Fachzeitschrift „Cancer Cell“ veröffentlicht. Bislang war weitgehend unklar, ob Prostatakrebs bei jungen Männern durch einen anderen Mechanismus erklärbar ist als bei Älteren. „Wir haben jetzt erstmals bewiesen, dass es bei einem häufigen Krebs altersabhängige Entstehungsmechanismen gibt“, so Dr. Joachim Weischenfeldt vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL), der gemeinsam mit Prof. Schlomm Hauptautor der Studie ist, an der zudem das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie des Max-Planck Institut in Berlin mitgearbeitet haben.

„Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse die Entwicklung neuer Strategien zur Diagnose und individualisierten Therapie fördern“, so Mediziner Prof. Dr. Thorsten Schlomm und er fügt hinzu: „Weiterhin gehen wir davon aus, dass durch das neue Verständnis der Entstehungsursachen von Prostatakrebs jetzt erstmals auch die Chance besteht, wirksame präventive Maßnahmen zu entwickeln, damit sich die Krankheit erst gar nicht entwickeln kann.“

 

Text: DGU/BDU-Pressestelle

 

 


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